Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März bei einer Veranstaltung in der Wiener Hofburg an alle Männer appelliert, in Sachen Gleichberechtigung „lauter“ zu werden, „um etwas zu bewegen“. Als Beispiel dafür, wo das notwendig sei, verwies der Bundespräsident u. a. auf die sozialen Netzwerke.
Das gelte aber auf allen Ebenen – in Politik, Wirtschaft, aber auch im Privaten, gab er zu verstehen. Frauen auszuklammern könne man sich schlicht nicht leisten, betonte er bei der unter dem Motto „Lauter! Frauen!“ stehenden Veranstaltung heute.
Worte über Lage im Iran
Der Bundespräsident eröffnete seine Rede im Zeremoniensaal vor rund 600 – überwiegend weiblichen – Gästen mit einem Blick auf die aktuellen Kriegsgeschehnisse im und um den Iran, die man „mit gemischten Gefühlen“ verfolge.
Einige im Publikum hätten Familien im Iran und in den Gebieten, die rundum erschüttert werden, so der Präsident. Fest stehe, dass die Menschen im Iran frei und selbstbestimmt leben können müssen, betonte der Präsident – „ohne Unterdrückung, ohne Gewalt“. Dafür würden sie schon lange kämpfen, und man habe erst im Jänner bei den Protesten gesehen, „welch hohen Preis sie dafür zahlen“, mit Tausenden Toten.
Viele Menschen seien jetzt erleichtert, weil sie darauf hoffen würden, „dass dieses brutale Regime endlich verschwindet, egal wie“. Aber es dürfe „uns niemals egal sein, wie“.
Van der Bellen: Bei sich selbst beginnen
Von Österreich aus könne man freilich an der Weltlage nicht viel rütteln, so der Präsident. Auf die Frage, wo es dann sinnvoll wäre, „laut“ zu werden, sagte der Präsident mit Blick auf ein Zitat von Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel, man könne damit bei sich selbst beginnen.
„Für uns Männer bedeutet das: Verantwortung übernehmen“: „Wenn wir unfaire Praktiken miterleben, müssen wir Männer lauter werden“, etwa wenn eine Frau in der Straßenbahn bedrängt wird, in der Kantine ein „sexistischer Witz gemacht wird“ und wenn KIs Vorurteile und Stereotype „ausspucken“ – immer dann müssten sich Männer einmischen und versuchen zu korrigieren.
Frauen den „Rücken stärken“
„Liebe Männer, verstecken wir uns nicht hinter dem Satz ‚Not all men‘“, appellierte das Staatsoberhaupt an seine Geschlechtsgenossen hinzuschauen, wenn Ungerechtigkeiten passieren. „Stärken wir stattdessen unseren Kolleginnen den Rücken. Holen wir Frauen auf die Podien und in die Gremien dieser Welt.“