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episode 136: UKW136 USA: Good enough for the moment  

[transcript]


Ein subjektiver Reisebericht aus den Vereinigten Staaten von Amerika


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 September 1, 2025  2h50m
 
 
00:33   tim-pritlove
Hallo und herzlich willkommen zu UKW, unsere kleine Welt.
00:38
Mein Name ist Tim Prittlaff und ja, das ist hier schon die 136.
00:41
Ausgabe, nachdem wir am letzten Wochenende schon die 135.
00:46
Ausgabe rausgehauen haben und ihr denkt euch, was, wie?
00:50
Ich dachte, UKW kommt alle nur ein paar Monate so. Ja, aber wir haben ja schon
00:53
angekündigt, wir wollten ja nochmal was einschieben. Das machen wir heute.
01:00
Mit anderen Worten, ich begrüße wieder einmal Pavel hier, hallo Pavel Genau,
01:07
denn wir wollten uns über die USA unterhalten, weil du warst in den USA und
01:13
warst auch relativ lange in den USA und warst auch nicht das erste Mal in den
01:16
USA und hast von daher einen deutlich besseren,
01:21
Eindruck als ich den jetzt vermitteln kann von meinen wenigen Besuchen,
01:27
die ich da vorgenommen habe.
01:30
Genau, und wir hatten ja euch gefragt, ob ihr Interesse daran habt,
01:34
da mal reinzuhören und da haben sich doch eine ganze Menge Leute gemeldet und
01:39
dann machen wir das halt auch einfach mal und das ist der Plan für die heutige Sendung.
01:45
Mit anderen Worten, wir machen hier so eine Mischung aus Reisebericht und allgemeinen Betrachtungen.
01:51
Ich denke nicht, dass wir jetzt den Anspruch haben, hier den ultimativen Einblick
01:56
in die USA, höre diesen Podcast und du weißt alles, was du schon immer über
02:00
die USA nie wissen wolltest.
02:02
Das ist nicht unser Ansatz, sondern das ist jetzt hier wahrscheinlich auch eine
02:06
sehr subjektive Betrachtung und wir schauen einfach mal, was sich daraus ableiten
02:12
lässt und was wir da selber für Schlüsse ziehen können.
02:15
Sicherlich auch ganz interessant, gerade jetzt in der aktuellen Situation,
02:21
wo wir so ein iratsch geführtes Land haben,
02:25
Was leider viel zu wichtig ist für die internationale Politik und internationale
02:29
Sicherheitspolitik und natürlich auch konkret jetzt hier für den Konflikt mit Ukraine,
02:34
um den es aber heute nicht gehen soll, sondern wir schauen uns einfach nur das
02:37
Land an und was Pavel alles so lustiges erlebt hat und dann gucken wir mal,
02:41
ob das spannend war oder nicht. Oder?
02:44   pavel-mayer
Ja, also die Hauptidee ist so ein bisschen so ein medialer Realitätsabgleich auf der einen Seite,
02:51
weil üblicherweise nimmt man die USA ja vor allem medial wahr in den Nachrichten
02:57
und dann stellt sich immer die Frage, okay, wie,
03:02
Allgemein ist denn das, was ich da gerade sehe oder wie spezifisch ausgewählt
03:08
ist das jetzt und lässt sich das überhaupt jetzt sagen, was weiß ich,
03:13
Proteste stattfinden gegen die Politik, welchen Umfang hat denn das tatsächlich so diese Proteste?
03:20
Sieht man was davon, wenn man jetzt tatsächlich da ist.
03:23
Das ist eine Sache und dann noch als Hintergrund.
03:31
Ich war nicht nur da, sondern bin 17.000 Kilometer durchs Land gefahren,
03:38
und habe irgendwie 27 von 50 Bundesstaaten besucht besucht und dort auch viel ja,
03:49
bin dort viel privat untergekommen eben bei Freunden und Verwandten von Freunden und so weiter, das heißt,
03:59
ja, ich habe dann quasi auch so ein bisschen gesehen, wie leben denn die Leute?
04:06
Wie viel verdienen sie? Was bezahlen sie für Strom und ja, wie ist der Zustand
04:12
der Häuser und ihrer Autos?
04:14
Und der Straßen und da kann ich glaube ich zwar auf der einen Seite subjektive
04:20
Sicht wiedergeben, auf der anderen Seite, wie gesagt,
04:26
ich habe 27 Bundesstaaten auf jeden Fall durchquert, habe nicht in jedem übernachtet unbedingt,
04:33
aber in den meisten und kann dann
04:37
deswegen glaube ich auch ein bisschen verallgemeinern oder sagen okay,
04:43
hier ist es völlig anders als da.
04:47
Und beides, glaube ich, wollen wir mal versuchen heute.
04:53
Und ich hoffe, dass Tim dann auch mich ein bisschen ausquetschen wird.
05:00   tim-pritlove
Ja, also wir können ja mal 27 Bundesstaaten, hast du gesagt.
05:06
Ich habe also deine Reise so ein bisschen mitverfolgt.
05:11
Durch irgendwie Find My Pavel und wenn ich es richtig mitbekommen habe,
05:19
begann deine Reise in Washington State. Und dann in Oregon.
05:27
Warst du auch in Kalifornien? Ja. Dann Nevada.
05:33
Utah. Glaube ich auch.
05:36   pavel-mayer
Nee, Arizona.
05:39   tim-pritlove
Dann New Mexico rüber durch Texas, Oklahoma.
05:46
Jetzt muss ich raten, wahrscheinlich Arkansas.
05:49   pavel-mayer
Louisiana, Mississippi, Alabama.
05:53   tim-pritlove
Okay, und dann runter Florida und dann hoch die Küste, Georgia,
05:58
South Carolina, North Carolina, Virginia bis Washington DC.
06:05
Und ja, dann weiß ich nicht, Pennsylvania auch noch?
06:08   pavel-mayer
Ja, ja, ich meine, da liegen in der Ecke von Washington nur noch Maryland und
06:12
West Virginia und Pennsylvania.
06:15   tim-pritlove
Und da warst du auch überall?
06:18   pavel-mayer
Ja.
06:18   tim-pritlove
Ah, okay. Und dann Ohio rüber, Indiana, Michigan?
06:26   pavel-mayer
Ja, Michigan haben wir auch ausgelassen, aber Indiana und Illinois waren dann.
06:31   tim-pritlove
Achso, und dann hoch Minnesota oder so, ne?
06:34   pavel-mayer
Ja, Wisconsin, Minnesota.
06:37   tim-pritlove
Und dann auch durch Süd oder Nord Dakota?
06:40   pavel-mayer
Süd Dakota.
06:41   tim-pritlove
Süd Dakota. Ah ja, das finde ich am interessantesten. Und dann nehme ich an, Wyoming.
06:47   pavel-mayer
Bing, ja, Montana, Idaho.
06:53
Und dann muss man immer durch Idaho kurz durch, bevor man dann wieder in Washington State landet.
06:58
So, das zieht sich da geografisch hoch.
07:01   tim-pritlove
Also einiges gestreift.
07:04   pavel-mayer
Eine Runde, also von, ich sag mal, links oben in der USA.
07:10   tim-pritlove
Runter.
07:11   pavel-mayer
Also quasi von Seattle aus runter Richtung Kalifornien. dann rechts rüber Richtung
07:19
Osten bis Florida und dann wieder so nördlich.
07:24
Aber ich habe dann die ganze Washington-Ecke, also New England oder so ausgelassen.
07:31
Weil das war, ich sage, sieben Wochen und 17.000 Kilometer Fahrerei.
07:38
Und das wäre dann sonst wahrscheinlich, ja.
07:41   tim-pritlove
Aber du warst wahrscheinlich auch in ein paar der Staaten, wo du jetzt nicht
07:44
warst. warst du auch schon mal vorher, oder?
07:46   pavel-mayer
Ja, ja, ja, ja. Genau, also wahrscheinlich, genau, also gerade New York und Delaware und...
07:54   tim-pritlove
Fragen wir doch mal andersrum, in welchem Staat hast du denn jetzt noch nie
07:57
deinen Fuß reingesetzt?
08:01   pavel-mayer
Ja, so...
08:04
Ich glaube, Alabama war ich dieses Mal.
08:13
Okay, ja, wie gesagt, es sind 10 bis 20 wird es sein.
08:18
Zum einen in der Mitte, also Utah zum Beispiel, war ein wichtiger Staat,
08:26
den man eigentlich auf der Liste gestanden hätte.
08:31
Und dann ja.
08:36   tim-pritlove
Also ich meine nicht, was du jetzt ausgelassen hast, sondern was du sozusagen
08:39
überhaupt noch nie betreten hast.
08:42   pavel-mayer
Wie gesagt, generell wahrscheinlich bleiben da, ich sag mal,
08:45
20 Staaten übrig oder so.
08:49   tim-pritlove
Einschließlich Alaska und Hawaii.
08:51   pavel-mayer
Ja, einschließlich Alaska und Hawaii war ich.
08:53   tim-pritlove
Ah, warst du auch. Also Experte. Das zählt im Internet als Experte.
09:00
Insofern bin ich sehr froh, dich als Experten heute.
09:03   pavel-mayer
In diesem Podcast begrüßen zu dürfen Also die meisten Amerikaner mit denen ich geredet habe,
09:10
meinten, waren verrückt irgendwie und sie selbst hätten noch nie so viele Bundesstaaten besucht.
09:18   tim-pritlove
Obwohl sie in Amerika leben Kein Zweifel Ja.
09:22   pavel-mayer
Ja Also insofern Ja,
09:27
aber natürlich sind es eben nur sehr punktuelle Eindrücke, aber eine ganze Menge
09:37
punktueller Eindrücke.
09:42
Und an Sehenswürdigkeiten, was auf dem Weg lag, haben wir natürlich mitgenommen.
09:49
Und ja, sie verdienen ihre Berühmtheit zurecht.
09:58
Also die USA hat einfach spektakulär viel Natur. Natur, was weiß ich,
10:04
angefangen, so von dem Regenwald in Washington State, diese gigantischen Bäume, auch viele Redwoods.
10:10
Dann natürlich kennt auch jeder irgendwann Death Valley und Grand Canyon.
10:15
Und dann haben wir natürlich Roswell, konnten uns natürlich nicht entgehen lassen.
10:21
Das ist natürlich sehen, was ist dahinter und in Roswell tatsächlich,
10:28
Ja, sehr, sehr viel Ufo-Kram, sehr viele Aliens, die dort, oder Alien-Statuen, die dort stehen.
10:38
Also die vermarkten das Ganze voll.
10:42
Also an den drei wichtigsten Ein- und Ausgangsstraßen hat auch irgendjemand
10:47
große Untertassen, fliegende Untertassen so an den Straßenrand montiert mit Aliens und so.
10:56
Alles private Initiative. und sogar der McDonalds dort ist halt als Raumschiff ausgebaut.
11:04   tim-pritlove
Hätte nichts anderes erwartet, um ehrlich zu sein. Das war auch so ein bisschen
11:07
meine Erfahrung, als ich in den
11:08
USA kam, dass so alles, was man so gesehen hat, war so ah ja, kenne ich.
11:14
Habe ich schon mal gesehen. Ist ja genauso, wie ich mir das dachte.
11:17
Also die kulturelle Bandbreite, die man so vermittelt bekommt durch Hollywood
11:24
und das ganze westlich geprägte.
11:27
Medienlandschaft, die ist so umfangreich, dass es wirklich schwierig ist,
11:34
schnell irgendwas zu entdecken, wo man sagt so, oh was ist das denn?
11:37
So was habe ich noch nie gesehen.
11:39
Und da tendiert man natürlich auch schnell dazu, das dann so generell abzutun
11:44
und zu sagen, das ist alles so, wie ich mir das schon immer vorgestellt habe,
11:48
jetzt kann ich auch gleich wieder zurückfliegen.
11:51
Nur mal eine kurze Anmerkung zu dem Umfang deines Trips. ich hab mal hier auf
11:55
dieser tollen Webseite thetruesize.com, kennst du die?
11:58
Da kannst du so Länder übereinander legen, um mal so ein Gefühl dafür zu bekommen,
12:02
wie groß ist das jetzt eigentlich wirklich? Ich hab mal die USA auf Europa draufgezogen.
12:06
Leider kann man das hier nur so hin und her schieben und nicht rotieren, aber ich hab jetzt mal so.
12:13
Grob deinen Startpunkt so an die Ostküste, Entschuldigung, an die Westküste
12:19
von Irland gelegt. Also da, wo du gestartet bist.
12:22
Dann bist du irgendwie runtergefahren dann ungefähr so bis Andorra, dann rüber so Rom,
12:35
dann weiter über Albanien, Bulgarien,
12:42
Istanbul, ganze Schwarze Meer und dann am Schluss bis so ein Jerewan gelandet.
12:49
Dann langsam die Küste hoch, schon ein bisschen tief nach Russland rein und
12:56
die Rückkehr dann über Belarus, Polen, Deutschland,
13:03
Holland, UK wieder zurück nach Irland, um sich mal vorzustellen,
13:08
was für eine Strecke du da abgeritten hast.
13:12   pavel-mayer
Ja, es ist groß. Also es ist größer, als man denkt.
13:19
Selbst wenn man sich vorstellt, es ist groß, es ist größer einfach.
13:23
Und es gibt halt Gegenden auch, da ist kein Mensch.
13:27
Da fährst du anderthalb Stunden lang Autobahn und da ist nichts.
13:33
Also außer der Autobahn.
13:36
Da gibt es keine Raststätte, keine Tankstelle, keine Häuser am Rand,
13:42
keine Hütten, keine Altestellen, einfach nichts.
13:46
Da ist einfach die Straße und in der Regel rechts oder links oder auf beiden
13:51
Seiten eine Stromleitung. so.
13:54
Und dann fährst du und dann fährst du auch eine Stunde und siehst vielleicht
13:59
ein oder zwei andere Autos, die dir entweder entgegenkommen oder vor dir fahren.
14:05
Also es gibt halt Gegenden, die sind einfach super, super leer.
14:10   tim-pritlove
Aber das war jetzt eher wahrscheinlich im Zentrum.
14:14   pavel-mayer
Ja, das war so Arizona die Ecke zum Beispiel.
14:18
Und auch Death Valley und so, so viele dieser Naturparks. sind halt groß.
14:26
Oder auch durch Texas oder dann durch Montana fährt man eben auch von morgens
14:33
bis abends, legt dann tausend Kilometer zurück und ist immer noch im selben Bundesstaat.
14:43   tim-pritlove
Naja. So wie Europa.
14:46
Also eigentlich kann man, klar ist es groß, aber es ist halt jetzt auch nicht
14:53
größer als Europa, wenn ich das jetzt hier mal so ein bisschen drehen könnte
14:57
und vielleicht mal so Russland,
15:01
weglassen würde. Es würde halt so wirklich von Spanien, dann Norwegen,
15:05
also ganz Skandinavien noch mit abdecken und von daher kann man es schon ganz gut vergleichen.
15:10
Nur man fährt halt ja auch nicht die ganze Zeit quer durch Europa.
15:16   pavel-mayer
Ja, ansonsten was vielleicht, um mal so zwei Dinger, zwei oder drei Sachen rauszugreifen,
15:23
die mich persönlich jetzt am meisten beeindruckt haben, so jetzt an der Natur.
15:31
Das war tatsächlich so Devil's Tower.
15:35
Das ist in Wyoming so ein Prinzip so ein erstarrter Basalt,
15:42
so 260 Meter hoch, 150 Meter im Durchmesser und ist eben bekannt auch natürlich
15:49
wieder aus diesem Spielberg-Film Unheimliche Begegnung der dritten Art.
15:53
Das ist dann, wo dort die Aliens ihre Basis oben drauf haben.
16:02
Aber das Ding einfach als reine Gesteinsformation.
16:07
Man kann da schön drum rum laufen. Dauert ungefähr eine Stunde,
16:10
einmal drum rum zu laufen, relativ nah.
16:13
Und man kann sogar das Ding beklettern.
16:17
Also das ist wieder interessant. Da sind die Amerikaner dann deutlich auch wieder
16:20
entspannter. So hier in Deutschland ist es ja mit Klettern und so,
16:27
in manchen Gegenden darf es halt keine Haken einschlagen und nichts.
16:32
Und da ist es so, wenn du Devil's Tower, wenn du da hochklettern willst,
16:36
musst du nur dich eintragen auf einer Liste,
16:38
damit sie gegebenenfalls dann Rettungsaktionen starten, wenn du irgendwie vermisst wirst oder so.
16:49
Also das fand ich auf jeden Fall einfach, das Ding sah wirklich aus wie aus einer anderen Welt.
16:57
Also sehr, natürlich bei den Ureinwohnern war das natürlich auch sehr dann heilig
17:04
eigentlich und kein Wunder.
17:07
Und Yellowstone.
17:10
Mit den ganzen Vulkanen und heißen Quellen ist auch echt krass.
17:15
Ich war froh, als ich da wieder wegfahre. Ich bin jetzt nicht so ein Freund
17:19
in der Nähe von Vulkanen oder auch heißen Quellen,
17:23
die dann teilweise schon mal auch explodieren können oder wo dann halt giftige Gase austreten.
17:31
Aber wie gesagt, es sieht eben auch alles sehr spektakulär aus.
17:38
Und du kannst da überall rumwandern. Also da sind Tausende von heißen Quellen und Geysieren,
17:44
die dampfen und blubbern und komische Kruste haben und auch super gefährliche Bakterien.
17:54
Und der Boden ist instabil und du darfst halt nicht von den Wegen runter,
18:01
sonst kannst du halt einbrechen und in irgendwie so ein Loch mit kochendem Wasser reinfallen oder so.
18:06
Also es ist alles nicht voller Faint of Art und ja, also Natur.
18:15
Und ich bin dann allerdings auf dem Rundgang, dummerweise, hier war ich dann
18:19
mit kurzen Hosen und Sandalen unterwegs und bin dann in so einen Schnee- und
18:24
Eissturm geraten und durfte dann irgendwie sehr leicht bekleidet, ja.
18:31
Dann durch einen Schnee- und Eissturm wandern.
18:35   tim-pritlove
Wo kam der denn auf einmal her?
18:37   pavel-mayer
Ja, Berge. Berge wechselt das Wetter, kann halt da sehr schnell wechseln.
18:44
Und es waren halt dunkle Wolken.
18:46
Aber man ist ja dann so, was soll's, wird schon gut gehen.
18:53
Ist nicht, ja. Also das waren auf jeden Fall die spektakulärsten.
18:58
Und vielleicht noch Mount Rushmore. Also wo diese Präsidentenfiguren eingehauen
19:05
sind, das selbst, das Denkmal, das habe ich mir mehr oder weniger gespart.
19:09
Das ist ein riesiger Parkplatz, da kann man besser von außen sehen.
19:12
Aber sie haben dort eine ungefähr 100 Kilometer lange Straße in das Gebirge
19:22
gehauen, die eigentlich nur dazu dient,
19:27
sich die Natur anzugucken und haben dann die Tunnel, die sie dort gemacht haben.
19:33
Alle auf Mount Rushmore ausgerichtet.
19:36
Das heißt, da sind dann mehrere Tunnel.
19:38
Wenn du da durchguckst, siehst du halt am Ende des Tunnels, wie in so einem
19:42
Fernrohr, siehst du halt Mount Rushmore.
19:45
Und sie haben, weil sie irgendwie Kurven oder Brückenkurven so geil fanden,
19:51
haben sie dort dann auch so mehrere Spiralbrücken, die halt über sich selbst drüber führen.
19:56
Einfach nur so for the lulz, also weil sie das nett fanden. Und diese Strecke
20:02
ist also auch, also lohnt sich, wenn man zufällig in der Gegend sein sollte,
20:09
sich irgendwie einen Tag zu nehmen.
20:10
Motorrad ist auch super Motorrad und mit auch extrem spektakulären Pelsen,
20:18
also mit den spektakulärsten Felsformationen, die ich gesehen habe,
20:23
aber auch bewaldet und so.
20:25
Also das, wie gesagt, Mount Rushmodder, die Gegend ist halt ziemlich geil.
20:31
Ja, ich denke, dass vielleicht...
20:36   tim-pritlove
Also man muss ja auch sagen, jetzt in die USA zu reisen als Tourist und dann
20:44
zwei Wochen, fünf Wochen irgendwie rumzuhängen und Geld auszulieben,
20:47
ich sag mal, ist gerade nicht so populär.
20:49
Ich schaue mir gerade viele Videos von irgendwelchen entrüsteten Kanadiern an,
20:54
die also wirklich mit Argos Augen
20:56
beobachten, wie doch die gesamte Tourismusindustrie in den USA leidet.
21:02
Das hat viel mit Trump zu tun.
21:05
Es hat nicht nur mit Trump zu tun, interessanterweise. Es kommen auch noch ein
21:08
paar andere Sachen dazu.
21:10
Also Las Vegas zum Beispiel hat wohl gerade absurde Rückgänge,
21:16
die nicht jetzt nur damit zu tun haben, dass viele Länder die USA boykottieren,
21:23
sondern auch ein paar Fehler, die sie so seit Covid gemacht haben,
21:26
wodurch das alles viel zu teuer geworden ist.
21:29
Aber ja, ich weiß, du konntest sozusagen nicht Nein sagen.
21:34
Aus Gründen, aber hast du denn gemerkt, dass irgendwie weniger Tourismus da
21:41
war in irgendeiner Form oder dass es sich nur um Amerikaner handelt oder so?
21:46
Schwierig zu vergleichen wahrscheinlich.
21:49   pavel-mayer
Ja, ich meine das Einzige, wo ich das vielleicht beurteilen oder vergleichen
21:56
könnte, wäre Las Vegas, wo wir auch durchgekommen sind.
22:00
Ich war Anfang der 90er schon mal in Las Vegas.
22:05
Und erstens hat sich Las Vegas so krass verändert, dass entgegen der Pläne ich
22:13
dann gesagt habe, lass uns lieber weiterfahren und außerhalb bleiben,
22:17
weil ich fand es ganz furchtbar.
22:20
Und es war aber tatsächlich, ja, also in Las Vegas,
22:26
Wie gesagt.
22:29
War nicht super voll, also schien mir nicht super voll zu sein,
22:34
was so den Fußverkehr angeht, aber ich habe da jetzt keinen Vergleich,
22:41
aber ich fand es sehr unangenehm.
22:42
Also es waren irgendwie, dass jemand,
22:47
der kein Problem hat, in Berlin unterwegs zu sein, da waren einfach sehr viele
22:51
betrunkene Leute unterwegs dort im öffentlichen Raum und alles ist so halb maul
22:58
und halb überdacht und halb klimatisiert.
23:02
Und es ist halt, ja, es ist halt zwar fußläufig, aber du läufst nicht entlang
23:09
irgendwelcher Straßen, sondern
23:10
durch irgendwelche Unterführungen und irgendwelche Komplexe durch und so.
23:16
Also ich fand es sehr, sehr schrecklich. Und die Leute waren alle sehr aggressiv,
23:21
im Gegensatz zum Rest der USA, wo die meisten Leute sich relativ entspannt waren, mit Ausnahmen.
23:32
Ja, also direkt, ich meine, sagen wir mal so, Es war kein Problem,
23:37
irgendwie günstige Airbnbs auch zu finden.
23:41
Also man hatte nicht das Gefühl, dass das Land irgendwie ausgebucht ist,
23:44
aber es war auch nicht Saison unbedingt.
23:48
Deshalb schwer zu sagen.
23:54   tim-pritlove
Ich dachte nur, vielleicht ist es ja auch mal irgendwo ein Thema gewesen in der Form.
23:59   pavel-mayer
Ja, also es ist tatsächlich nicht wirklich, ich habe es natürlich medial verfolgt,
24:04
aber jetzt vor Ort ist es nicht so aufgekommen.
24:09
Also mit den Gastgebern oder mit den Freunden war es jetzt nicht so das Thema.
24:18
Interessanterweise.
24:20   tim-pritlove
Ja, noch irgendwas zum Thema Natur und Geografie, was du noch erwähnen willst,
24:25
wo du warst oder gerne gewesen wärst oder nie wieder hin willst?
24:29   pavel-mayer
Also vielleicht so ein paar bemerkenswerte Dinge, die mich überrascht haben
24:33
noch. nicht so erwartet hatte.
24:36
Die Mitte der USA quasi ist halt eine Hochebene, also speziell Idaho,
24:47
Montana, Wyoming und Dakotas.
24:50
Und diese Hochebene ist ungefähr 1000 Meter hoch und flach.
24:58
Und riesig groß. Also 1000 mal 1000 Kilometer oder so, flach, hoch, hoch.
25:10
Aber keine Gebirge, bis man dann irgendwie an die Gebirgsketten rankommt.
25:18
Und dann geht es nochmal 1.000 bis 2.000 Meter nach oben.
25:23
Und da wohnen also viele Leute dann ganz nah auf 1.500 oder 2.000 Metern.
25:30
Und es kommt hier nicht besonders hoch vor, weil wie gesagt,
25:33
Null ist schon bei 1.000 Metern.
25:35
Ja. Und das führt dann aber dazu,
25:39
dass tatsächlich die Luft ungefähr eine Dichte hat, die mit Verkehrsflugzeugen
25:46
vergleichbar ist mit der Cabin Altitude, die so zwischen 2.000 und 3.000 Metern liegt.
25:53
Was halt dazu führt, dass eben das Essen anders schmeckt und du anders kochen musst in dieser Höhe.
26:02
Also die ganzen Kochzeiten, die du so gehörst, gewohnt bist und Temperaturen
26:07
sind eben alle verschieden und nennt sich halt High Altitude Cooking.
26:13
Das war mir neu und eine ganze Menge Amerikaner, gut, wiederum so viele leben
26:20
dann dort nicht, aber müssen halt High Altitude Cooking betreiben.
26:23   tim-pritlove
Also bei 2000 Metern Höhe liegt der Siedepunkt von Wasser bei 93 Grad.
26:30   pavel-mayer
Ja, macht einen Unterschied. Für Tee zum Beispiel, ich meine, Und.
26:36   tim-pritlove
Ja, es ist schon eine interessante Information. Die habe ich jetzt auch in Deutschland
26:41
noch nicht so überprüft.
26:42   pavel-mayer
Man merkt es auch. Aber falls man, also High Altitude Cooking googeln und dann
26:49
so regeln, wie man dann die Garzeiten anpassen, das ist irgendwie so 10% je 1000 Meter.
27:00
Egal. Ja, also das fand ich sehr bemerkenswert.
27:05
Und dann ist es dort aber in vielen Gegenden, also du hast sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer,
27:14
also die Extreme auch im Wetter sind halt deutlich größer und es wird dann plötzlich
27:20
im Frühjahr, also im Mai als wir da waren,
27:23
wird es dann auf einmal richtig heiß in manchen Gegenden plötzlich.
27:29
Selbst im Norden, wo dann gerade der Schnee weg ist, hast du auf einmal drei,
27:36
vier Wochen später 25 bis 30 Grad Tagestemperaturen.
27:41
Und dann ist es eben jetzt auch in Montana speziell, wo wir ein paar Tage im
27:51
Gebirge verbracht haben,
27:53
war die Luft extrem trocken, was dann wiederum dazu führt, dass wenn du draußen
27:59
bist bei 5 Grad, du gar nicht das Gefühl hast, dass es jetzt irgendwie kalt
28:04
ist, als wenn jetzt kein Wind weht.
28:06
Also es ist halt dann Windstille und extrem trockene Luft und du hast eine komplett
28:11
andere Temperaturwahrnehmung.
28:15
Also ganz seltsam. Du sitzt halt draußen bei 5 Grad und brauchst nicht mal eine
28:23
dicke Jacke. Sehr seltsam.
28:27
Ja.
28:29
Und dann auch extreme Unterschiede durch die Gebiete im Niederschlag.
28:36
Da in Washington, wo alles abgeregnet, sind halt die Regenwälder mit gigantischen
28:43
Bäumen, die eben deswegen dort wachsen, weil es so viel regnet.
28:47
Das ist jetzt nicht tropischer Regenwald, das ist halt mehr so Regenwald, Nadelregenwald.
28:55
Im Wald, aber eben mit diesen Redwoods, die dann zuhauf noch dort sind,
29:01
obwohl die Amerikaner, ich weiß nicht, 95% abgeholzt haben schon,
29:05
aber die verbleibenden 5%,
29:08
die da sind, sind auch schon sehr umwerfend.
29:11
Also wo du dann Bäume mit Durchmesser von 2 Metern hast du am laufenden Band
29:19
und dann so hast du auch manchmal 3, 4, 5 Meter Durchmesser,
29:24
Bäume, die dann auch einfach ziemlich hoch sind. Und ja, das ist schon sehr...
29:29   tim-pritlove
Also das, was wir unter Mammutbaum kennen.
29:34   pavel-mayer
Genau, und dann ja, was mich auch überrascht hatte, dass die Westküste,
29:42
die Pazifikküste, die ist sehr unwirtlich.
29:48
Direkt an der Küste lebt auch kaum jemand, weil es ist windig,
29:54
die Geografie sehr, sehr bergig zerklüftet und auch die Küste selbst mit vielen
30:01
Felsen so gefährlich für Schiffe und Du.
30:05   tim-pritlove
Meinst jetzt in Washington oder?
30:08   pavel-mayer
Ja, in Washington und Oregon, die Küste ist für eine sehr nette Straße lang die auch,
30:19
wirklich sehenswert ist aber ja auch sehr, sehr unwirtlich.
30:27   tim-pritlove
Und ich habe mal eine Frage zu Oregon, weil das ist ja so ein Staat, von dem man nie was hört.
30:37
Außer, dass es da mal den Oregon Trail gab.
30:41
Ich glaube, das ist nur das Einzige. Und ich muss jetzt sogar nachschlagen,
30:47
weil ich irgendwie noch nicht mal weiß, was da die Hauptstadt ist.
30:50
Und jetzt sehe ich, die heißt Salem und ich weiß nicht, ob ich das jemals wusste.
30:55
Und das ist offensichtlich auch keine besonders große Stadt mit, was hat die?
31:02
175.000 Kerneinwohner, Metropolregion, 433.000.
31:07
Also was ist falsch an Oregon, dass sich da nichts Großes ansiedelt?
31:16
Weil das nur aus Bergen besteht?
31:18   pavel-mayer
Ja, also die meiste Kram ist so 20, 30, 40 Kilometer Inland,
31:25
weil die Küste ist so, hat wenig große Häfen,
31:33
sondern die Häfen sind quasi eher
31:34
Inlandshäfen, die in der Nähe oder an Flussmündungen sich befinden dort.
31:42
Und es gibt dann eben auch kaum Ost-West-Verbindungen, also zwischen Küste und
31:49
jetzt dem Hinterland, sag ich mal.
31:56
Und ich meine, das andere Ding generell, die USA ist halt groß und ist halt,
32:02
einfach dünn besiedelt, weil in vielen Gegenden ist halt vor allem Klima und Geografie,
32:09
eignen sich nicht gut für Straßenbau kannst da nichts anbauen oder schwer Häuser
32:16
zu bauen oder ja in dem Fall, wie gesagt, Häfen Ah.
32:22   tim-pritlove
Portland ist in Oregon und Portland.
32:25   pavel-mayer
Ja Portland ist so die eine ziemlich geile Stadt Ich würde sagen,
32:29
es ist auch eher eine linksliberale Stadt und dort gibt es ein Buchkaufhaus,
32:42
so ein komplettes Kaufhaus,
32:47
Was, ja, vor allem Antiquariat jetzt, aber gigantisch.
32:54
Also das größte Buchkaufhaus, was ich je gesehen habe, Antiquariat.
33:00
Wer also interessiert ist, englische Bücher zu browsen und zufällig mal in Portland,
33:09
das ist sehr beeindruckend.
33:13   tim-pritlove
Powell's oder was? Powell's City of Books.
33:17   pavel-mayer
Ja und dort, wie gesagt,
33:21
gibt es eben auch teilweise Gegenden, wo die fußläufig sind,
33:26
also wo man dann einfach auch zu Fuß von einer Kneipe zur anderen gehen kann
33:33
oder von einem Restaurant zum anderen.
33:35   tim-pritlove
Na gut, aber wir waren ja gar nicht so sehr bei den Städten,
33:37
sondern bei der Natur und der Geografie. Haben wir da noch was zu erwähnen?
33:43   pavel-mayer
Ja, ich meine, dann wenn wir jetzt gerade, wie gesagt, Washington und da ist
33:49
es natürlich Mount Rainier und Mount St.
33:51
Helens, der 1980 explodiert ist, das kann man von weitem sehen,
33:56
wie ein Stück fehlt von dem Berg.
34:00
Ganz gut sichtbar und es ist auch nette Gegend und was dort viele Leute machen
34:06
eben als Freizeitaktivitäten, es gibt halt dort viele Trails, wie sich das nennt.
34:14
Es sind halt einfach ja im Prinzip Waldwege und die Leute fahren dann dahin
34:17
und gehen dann dort wandern.
34:20
Und je nachdem führen die Trails dann irgendwie entweder ins Gebirge rauf oder so.
34:25
Und dann gibt es dort eben auch sehr viele Gebirgsflüsse.
34:29
Und diese Gebirgsflüsse einfach runter zu paddeln oder zu raften,
34:33
das ist auch eine beliebte Freizeitbeschäftigung.
34:38
Ich habe es nicht gemacht, aber wir haben ja,
34:43
Wir haben Leute dabei beobachtet an verschiedenen Flüssen, die runtergetrieben sind.
34:53   tim-pritlove
Dieser Mount St. Helens, der halt, wann war das?
34:58   pavel-mayer
80.
35:01   tim-pritlove
Genau, 80, genau.
35:04
Da kann ich mich sogar noch ein bisschen dran erinnern, dass das irgendwie mal so ein Weltthema war.
35:08
Weil er halt dann, wie schon erwähnt hast,
35:12
einen signifikanten Teil seiner Spitze eingebüßt hat und dabei ja auch ganze
35:18
Ökosysteme ausradiert hat und seitdem ist die ganze Region natürlich bei Biologen
35:25
und anderen Naturforschern und Geologen natürlich auch super interessant zu sehen,
35:31
wie dann eben so komplett zerstörte Seen sich dann über die Jahrzehnte wiederhergestellt haben.
35:37
Obwohl sie halt so mit giftigen Vulkanschlacken einmal alles ausradiert haben.
35:42
Aber daran kann man halt wieder schön sehen, wie schnell teilweise die Natur
35:46
in der Lage ist, sich wieder neu zu erfinden.
35:51
Aber da weiß ich gar nicht so viel drüber.
35:54   pavel-mayer
Was man dort auch überall mitkriegt, sind halt so ein bisschen die Geschichte der USA,
36:03
natürlich dann verschiedene Trails sind dann nach den Entdeckern benannt,
36:07
was weiß ich, die Lewis und Clark Expedition.
36:10
Im Prinzip ganz viel lang gefahren, wo die entlang gezogen sind und dann die ganzen Schlachten,
36:22
wo dann Ureinwohner abgeschlachtet wurden oder irgendwie gelegentlich auch mal gewonnen haben.
36:30
Da stehen halt dann überall Schilder, so Historic Point, hier war das,
36:38
also entlang der Straße, da kann man sich dann irgendwie durchlesen,
36:41
was denn dann gerade hier passiert ist.
36:44
Also die finden sich auch überall zuhauf, den USA.
36:48   tim-pritlove
Es ist ja schon mal schön, wenn
36:50
sie darauf hinweisen, dass die ganzen Urheilwohner abgeschlachtet sind.
36:54   pavel-mayer
Und was eben auch auffällt, dass es eben überall so auch Indianer-Ureinwohner-Reservate gibt,
37:04
die dann einen speziellen rechtlichen Status haben und dann bestimmte Gesetze anders sind.
37:10
Und manche verkaufen dann besonders günstigen Tabak und Zigaretten.
37:14
Das ist sehr beliebt, weil auch die Zigarettenpreise schwanken in den USA zwischen 5 und 12 Dollar.
37:26   tim-pritlove
Okay.
37:28   pavel-mayer
Und Tabak, also Drehtabak gibt es kaum.
37:33
Und da zahlt man dann also bis zu 35 Dollar für ein Päckchen Drehtabak,
37:39
also für ein Päckchen American Spirit, allerdings 50 Gramm, 32 Dollar.
37:47   tim-pritlove
That's the spirit.
37:49   pavel-mayer
That's the spirit, ja. Und dann noch nicht mal Feinschnitt, sondern Grobschnitt.
37:54
Also im Prinzip, wie wenn du die Zigaretten ausleerst.
38:00   tim-pritlove
Du Armer, naja, dann fahren wir nach Neuseeland, da hast du noch ganz andere
38:05
Sorgen, was Tabak betrifft, da gibt es nämlich keinen mehr.
38:08   pavel-mayer
Ja, okay.
38:11
Ja, aber ansonsten vielleicht noch, das jetzt Washington abzuschließen,
38:18
die Einreise war extrem entspannt, ich hatte mich natürlich auf alles vorbereitet
38:24
und war auch ein bisschen beunruhigt.
38:28
Aber ja,
38:33
ich bin mehr oder weniger durchgewunken worden also es hat keine 60 Sekunden
38:40
gedauert und mir wurde nicht eine einzige Frage gestellt,
38:44
du warst enttäuscht ich war dann völlig verwirrt,
38:53
und ja also Also insofern kann ich, wenn man einreisen will,
39:02
kann ich Seattle empfehlen als Ziel,
39:05
dort schien es insgesamt recht entspannt zuzugehen.
39:10
Und die Immigration und Customs, also die Eisleute waren sehr nett und freundlich
39:17
und zuvorkommend und haben rumgescherzt und alles irgendwie sehr unerwartet
39:23
entspannt, muss ich sagen.
39:25   tim-pritlove
Wir geben keine Garantien ab.
39:27   pavel-mayer
Genau, wir geben keine Garantien ab. Das kann sich natürlich alles geändert haben.
39:33
Und das ist nur ein Ding, aber ich konnte dort nichts beobachten.
39:39
Und auch die braunen Leute wurden auch ganz normal abgefertigt und hatten keine
39:47
Probleme dort, je weit ich sehen konnte.
39:50
Also nichts Auffälliges, deutlich entspannter als nach 9-11, so war mein Eindruck.
39:59   tim-pritlove
Das Theater war wahrscheinlich sofort vorbei, nachdem du durchgewunken warst.
40:05
Erst raus. Jetzt wieder Business as usual.
40:11
Okay.
40:12   pavel-mayer
Gut. So viel vielleicht zur Geografie, denke ich.
40:17   tim-pritlove
Zur Anreise.
40:22
Ja, das Erste, was einem ja dann wahrscheinlich auffällt, wenn man so viel durch
40:26
die Gegend fährt, ist der Verkehr.
40:29
Dafür ist ja die USA auch irgendwo bekannt, dass sie im Wesentlichen aus Verkehr besteht.
40:35   pavel-mayer
Autoverkehr.
40:36   tim-pritlove
Aus Autoverkehr besteht vor allem, genau. Und ja, ich kann mir vorstellen,
40:43
das dürfte dann auch der dominante Eindruck gewesen sein auf deiner Strecke.
40:49   pavel-mayer
Oh ja, gerade natürlich, wenn man aus Deutschland kommt mit einer speziellen Fahrkultur,
40:58
so ist natürlich die amerikanische Fahrkultur eine doch deutlich andere.
41:06
Es gibt auch Gemeinsamkeiten, aber es fängt erstmal damit an, ich war überrascht,
41:15
dass die Leute alle sehr schnell unterwegs waren, also schneller als ich dachte.
41:23
Ich kannte das von früher, naja, da hast du halt die 55 oder 65 Meilen und an
41:30
manchen Stellen etwas schneller,
41:33
also im Prinzip zwischen 100 und 110 einfach ist die Geschwindigkeitsbeschränkung
41:37
auf Autobahnen dort und dementsprechend geht alles etwas entspannter zu, aber mitnichten.
41:46
Also die Hälfte der Leute fährt 10 Meilen über der Geschwindigkeitslimit,
42:00
also 15-16 kmh.
42:04
Und ja, aber was ein bisschen spooky daran ist, ist, dass es nicht nur die PKW machen,
42:16
sondern ja auch LKW und natürlich dann auch die Trucks,
42:26
also jetzt die SUVs mit gigantischen Anhängern, die dann teilweise 15 oder 20
42:33
Meter lange Anhänger hinter sich herziehen.
42:36
Entweder Wohnmobile oder ich weiß es nicht, Strohtransportanhänger,
42:43
Segelflugzeuge, was weiß ich, was die da drin haben.
42:46   tim-pritlove
Ja, wenn man keine Züge hat.
42:49   pavel-mayer
Der Schwertransport, also ich habe einen Schwertransport überholt auf der Strecke,
42:57
der so Windturbinen geladen hatte,
43:02
die so 100 Meter lang sind.
43:04
Also kennt man ja hier auch von der Autobahn so, ja, nur, dass dieser Schwertransport
43:10
sich mit 120 kmh ungefähr über die Autobahn bewegte und echt schwer zu überholen war.
43:18
Und generell, also LKW, es gibt dort keine einheitliche Geschwindigkeitsbeschränkung
43:26
wie hier in Europa, wo du sagen kannst,
43:30
also im Prinzip siehst du selten einen LKW hier, der über 90 fährt,
43:36
auch wegen Fahrtenschreibern und so.
43:38
Und in den USA fahren die Lkw einfach schneller.
43:46
Also zwischen 100 und 120 sind die Lkw dort regelmäßig unterwegs und teilweise sogar legal,
43:55
weil es eben in manchen Staaten keine speziellen Geschwindigkeitsbeschränkungen
44:01
auf manchen Strecken für Lkw gibt. Das heißt.
44:06
Ja, die sind sehr zügig unterwegs. Natürlich auch insgesamt,
44:10
ich meine, es ist deutlich gefährlicher.
44:12
Also USA liegt, was die so Unfalltote angeht, wie Rumänien ungefähr auf dem Niveau.
44:22   tim-pritlove
Ich weiß nicht, wie ist denn das in Rumänien?
44:29   pavel-mayer
Ja, tendenziell hoch. Also es ist im Vergleich, die Wahrscheinlichkeit ist zwei
44:35
bis dreimal höher als die Unfallwahrscheinlichkeit als in Deutschland.
44:39
Also es ist deutlich gefährlicher,
44:48
auf einer amerikanischen Autobahn mit Geschwindigkeitsbeschränkung unterwegs
44:53
zu sein, als auf einer deutschen Autobahn ohne. Ja.
44:58
Was auch Gründe hat.
45:03
Und mit dem LKW ist es auch so, ich wunderte mich, die einzigen,
45:10
die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten, waren Walmart-Trucks,
45:15
weil die remote überwacht werden.
45:18
Und ansonsten aber fast alle überholen. Also mit 70 bis 75 Meilen sind die typischerweise
45:28
unterwegs bis 80 Meilen pro Stunde.
45:32
Das sind typische LKW-Geschwindigkeiten.
45:38
Und das führt erstens auch dazu, also ein Ding, was auch sichtbar ist,
45:44
ist, dass so sehr viele geplatzte LKW-Reifen am Straßenrand sind.
45:53
Es gibt Gegenden, da hat man das Gefühl, da häuten sich irgendwie diese LKW,
45:58
so wie Schlangen, werfen das Gummi ab.
46:01
Da hast du dann teilweise mehrere Kilometer, wo über mehrere Kilometer hinweg
46:12
Gummi-Reste von Autoreifen liegen.
46:16
Also wo du nicht rechts ranfahren kannst, ohne auf einem Stück kaputten LKW-Reifen
46:22
auf der Standspur zu fahren. zu fahren.
46:29
Ja, und da hatte ich mir ja, haben die denn keine Fahrtenschreiber dort,
46:37
die überwacht werden wie in Europa?
46:40
Und tatsächlich gibt es die erst seit 2017 sind elektronische Fahrtenschreiber
46:46
in den USA bundesweit vorgeschrieben, aber es gibt natürlich und wir sehen natürlich
46:53
wieder viele Ausnahmen.
46:55
Die gelten nicht für Lkw vor Baujahr 2000, nicht für Überführungsfahrten und
47:01
nicht für Lkw, die nur in einem Umkreis von 150 Meilen operieren.
47:06
Die brauchen alle keinen Fahrtenschreiber.
47:08
Und wahrscheinlich.
47:13
Sind viele auch manipuliert. Auf jeden Fall,
47:18
ist es teilweise echt unangenehm, mit diesem wirklich sehr schnellen LKW unterwegs zu sein.
47:27
Und wenn du Geschwindigkeitsbegrenzung einhältst, wirst du ständig von LKW überholt.
47:34
Das ist das eigentliche Problem. Das heißt, du bist eigentlich auch gezwungen,
47:38
die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten, wenn du nicht ständig von LKW
47:44
überholt werden willst.
47:45   tim-pritlove
Ja,
47:47
das Beste sind eigentlich immer Abstandsautomatik. Das ist so die einzige Erfindung
47:53
in diesem intelligenten Fahren, die wirklich sinnvoll ist und die man eigentlich
47:57
immer haben will, aber die man seltener hat.
48:00   pavel-mayer
Und unser Auto hatte glücklicherweise so etwas und das war sehr, sehr praktisch.
48:06
Und auch, ich weiß nicht, es herrscht auch irgendwie nicht so,
48:10
mein gut, das hat man hier auch, aber so Gefahrenbewusstsein,
48:14
zum Beispiel bei Baustellen, wird dort in der Regel nicht verlangsamt.
48:19
Also auch, da sind dann Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber für die interessiert
48:24
sich dann keiner, weshalb auch die Strafen verdoppelt sind in der Regel. Das ist das Schilder.
48:32
Strafen verdoppelt oder irgendwie, wer so und so viel zu schnell in der Baustelle
48:37
fährt, Gefängnisstrafe und so. Scheint aber niemanden zu interessieren.
48:43
Aber es gibt offenbar Staaten, da wird mehr eingehalten.
48:49
Das ist mir auch aufgefallen, dass es Staaten gab, Da fahren die Leute,
48:53
halten sich mehr an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, was vermutlich daran lag,
48:58
dass eben auch mehr Enforcement stattfindet.
49:02
Und ja, ein Ding ist, es gibt fast gar keine Radarfallen in den USA.
49:08
Und wenn, dann werden die mit fünf Schildern vorher angekündigt.
49:15
Aber ich habe vielleicht drei Radarfallen gesehen oder Blitzer,
49:21
sagen wir so, also fest installierte Blitzer.
49:24
Was es gibt stattdessen, sind in der Regel
49:29
auf dem Mittelstreifen geparkte Polizeifahrzeuge, die dann quer stehen.
49:36
Deswegen denkt man erstmal, ja eigentlich Radar, kennt man hier,
49:40
ist irgendwie immer vorne oder hinten am Fahrzeug hier bei uns.
49:43
Aber dort lasern sie zur Seite raus, das heißt, sie stehen dann dort quer,
49:49
gucken sich den Verkehr an und lasern alle, die vorbeikommen.
49:53
Und wenn jemand schnell genug fährt, dass sich das lohnt,
49:59
hinterherzufahren, dann fahren sie raus, schalten die Sirene an und blinken dich raus.
50:14
Und was natürlich bedeutet, dass wenn du nur jetzt 10 Meilen oder 8 oder 9 Meilen
50:20
zu schnell fährst, lohnt sich das nicht für die.
50:25
Rauszufahren, sondern du musst dann schon mit zu den schnellsten gehören oder
50:30
relativ, also die Toleranz ist
50:33
dadurch relativ hoch, weil der Aufwand für die, dir ein Ticket zu geben,
50:39
relativ hoch ist und ich bin nur einmal rausgewunken worden in Alabama und das
50:47
war ein eher lustiges Erlebnis,
50:51
weil der Beamte, der dann auch schweren Südstaaten Akzent sprach,
51:01
so schwer zu verstehen,
51:04
hatte dann vor allem Probleme mit meinem laxfarbenen Führerschein.
51:08   tim-pritlove
Du hast noch so einen alten sozusagen.
51:12   pavel-mayer
So einen Papierführerschein. Genau, so einen alten EU-Führerschein.
51:16
Und das Einzige, was dort in Englisch draufsteht, ist ganz klein Driving License.
51:25
So in sechs verschiedenen Sprachen. Und ansonsten ist natürlich alles auf Deutsch,
51:31
aber es gibt jede Menge Stempel.
51:33
Also es sieht viel offizießer aus. Aber er drehte das Ding.
51:39
Sechsmal rum und faltete das auf und suchte und kam nicht damit klar und meinte,
51:47
das sei kein gültiger Führerschein.
51:50
Aber er war sich dann am Ende halt auch nicht so sicher, weil er sagte,
51:53
ich war hier seit 25 Jahren mit diesem Führerschein.
51:58
Durchs Land, ja. Und dann, naja, war das Problem, dass er halt irgendwie so
52:04
jetzt einem Ausländer ein Ticket zu geben, war jetzt auch kompliziert und er
52:09
war sich dann auch nicht sicher.
52:11
Und jedenfalls wegen zu kompliziert hat er mich dann auch einfach so fahren
52:16
lassen, hat mir nie gesagt, wie viel zu schnell ich war. Aber ich war dann so
52:21
ungefähr 15 Meilen zu schnell wahrscheinlich.
52:25
Ja, und er beklagte sich dann aber bei mir dann darüber, dass er meinte dann,
52:34
if you want to do speed, you need a valid driver's license.
52:39
Und sagte das auch genauso, if you want to do speed, was natürlich auch eine andere Bedeutung hat.
52:47
Aber er war halt mehr empört, vor allem darüber, dass ich keinen ordentlichen
52:52
Führerschein hatte und mir deswegen keinen Strafzettel schreiben konnte.
52:59
Und hat uns dann einfach weiterfahren lassen. Das ist eine gute Fahrt.
53:03   tim-pritlove
Internationaler Führerschein heißt da wahrscheinlich die Lösung.
53:05
Dann kriegst du auch ein ordentliches Ticket.
53:08   pavel-mayer
Ja, möglicherweise.
53:10   tim-pritlove
Das hast du dann wahrscheinlich auch noch nie gesehen.
53:12   pavel-mayer
Ja, und genau, und dann auch noch so, ja, wo kommen Sie denn her?
53:19
Ja, Berlin und Budapest.
53:23
Out of state.
53:30   tim-pritlove
Kann man wohl sagen.
53:32   pavel-mayer
Ja, also offensichtlich ist es allein schon eine Komplikation,
53:36
ein Ticket an jemanden aus einem anderen Bundesstaat auszustellen und irgendwie
53:41
von einem anderen Kontinent wollte einfach nichts mit zu tun haben.
53:47
Ja, also ja,
53:52
Und ich meine, ein Problem ist mir halt noch aufgefallen, mit dieser Polizei
53:59
kennt ja jeder aus dem Film,
54:03
während in Deutschland, wenn man rausgewunken wird, überholt die Polizei und
54:07
hält die Kelle raus oder macht das Bitte-Folgen-Schild an.
54:12
Während in den USA setzen sie sich hinter dich und machen halt die Sirene an.
54:19
Problem ist nur, sie machen halt auch die Sirene an, wenn sie irgendwie schnell
54:24
vorankommen wollen und wollen, dass du irgendwie Platz machst.
54:28
Und das führt natürlich zu Konfusionen bei Leuten, wenn dann ein Polizeiwagen
54:37
einfach durchkommen will,
54:39
die gehen dann erstmal auf die Bremse und machen dann keinen Platz,
54:43
weil sie denken, der will jetzt hinter mir bleiben und mich anhalten.
54:47
So man teilweise experimentiert man jetzt mit anderen Sirenentönen in den USA
54:52
für ich will durch und bitte fahr jetzt rechts ran.
54:56
Aber das ist halt so ein Fuck up, den sie wahrscheinlich nie beseitigt kriegen.
55:02
Deshalb die Polizei einfach Schwierigkeiten hat durchzukommen,
55:06
weil auch Rettungsgassen ist so ein Ding, das ist da auch nicht so super verbreitet.
55:11
Und so, ja, also das ist mir eben auch noch aufgefallen, was jetzt die Polizei angeht.
55:19
Und ja, Abstand halten ist auch, es fahren alle extrem dicht auf,
55:26
weil sie glauben, sie haben supergute Bremsen.
55:28
Weshalb bei Auffahrunfällen meistens zwei oder drei oder vier Autos verwickelt sind.
55:37
Und das Straßennetz. Also ...
55:47
Ich habe in meinem Leben knapp zwei Millionen Kilometer mit dem Auto zurückgelegt.
55:57
Autofahren ist mehr oder weniger im Kleinhirn drin.
56:01
Aber was in den USA einfach sehr unangenehm ist, sind die Auffahrten und Abfahrten, die teilweise...
56:15
Teilweise, also du weißt teilweise nicht,
56:18
auf was für einer Art von Straße befinde ich mich, weil der Übergang von normaler
56:24
Landstraße zu Vollhighway ist so ein bisschen fließend.
56:30
Und auch auf einem Vollhighway, die Auf- und Abfahrten sind anders designt.
56:42
Die Auffahrten sind sehr kurz und verschmelzen dann mit der rechten Fahrspur.
56:49
Das heißt, du fährst halt auf und einer muss dann Platz machen.
56:53
Deswegen fahren die Leute auch so ungern auf der rechten Fahrspur,
56:56
weil die halt mit anderen Fahrspuren sogar verschmilzt.
57:00
Und die Abfahrten statt Kurven, die gehen die so schräg in einem Winkel oft ab.
57:09
Das heißt, du sollst halt nicht auf der Autobahn dann bremsen,
57:15
sondern erst dann auf der Abfahrt, wenn du aber runter bist.
57:18
Während du hier halt eine Verzögerungsspur
57:21
hast, ist die Verzögerungsspur nicht mehr auf der Autobahn.
57:27
Aber das ist noch ganz okay. Teilweise gibt es dann halt überhaupt gar keine
57:32
Verzögerungs- oder Bremsspur.
57:34
Es gibt dann auch Abfahrten, die knicken dann einfach orthogonal ab auf manchen
57:42
Highways oder da kommt dann von rechts oder von links kreuzen dann Fahrzeuge einfach ab.
57:51
Kleine Straße, die allerdings aussieht wie eine Autobahn mit einer riesigen
57:56
Leitplanke in der Mitte und mit einem Mittelstreifen von 15 Metern und zwei- oder dreispurig,
58:04
aber es ist halt in dem Sinne keine Autobahn unbedingt und das heißt,
58:12
und dann die Beschilderung ist teilweise auch wirklich irreführend,
58:19
Das ist das andere Problem.
58:23
Dass du oft mehrfach in irgendwelchen Abfahrten gelandet bist,
58:31
die gar nicht die Abfahrt waren,
58:33
sondern irgendwie einfach eine provisorische Vorabfahrt, wo zwar dann das Schild stand,
58:39
aber da musste man halt irgendwie weiterdenken und einfach ignorieren,
58:43
dass diese Abfahrt, das Schild gehört halt zu einer anderen Abfahrt, zu der übernächsten.
58:49
Da musste man teilweise wirklich aufpassen,
58:55
speziell bei Nacht, weil auch mit Reflektoren und allem erinnert das dann teilweise
59:05
mehr an Entwicklungsländer in manchen Stellen.
59:11
Ich fand das schon teilweise anstrengender dort, gerade wenn dann viel Verkehr
59:17
ist oder sonst, deutlich aufmerksamer fahren als hier.
59:22   tim-pritlove
Da sind wir natürlich auch, glaube ich, ein bisschen, ich bin nicht verwöhnt
59:26
sagen, aber Deutschland ist halt auch alles irgendwie übermarkiert. Also vor allem,
59:35
Straßenschilder, Wahnsinn also alles muss irgendwie ein eigenes Straßenschild
59:40
bekommen bis du einfach literally den Wald vor lauter Schildern nicht mehr siehst und,
59:47
ja da ist das ja auch so ich meine wenn du da so Straßen hast die dann erstmal
59:50
so wo du erstmal einen Tag geradeaus fährst,
59:54
ohne dass irgendwas kommt ich meine ist ja klar, dass du dir um solche Details
59:59
irgendwie keine Gedanken machst
1:00:00
Aber du malst wahrscheinlich jetzt auch innerhalb von Städten und so, ne?
1:00:03   pavel-mayer
Ja, ja. Und wie gesagt, es gibt eine gewisse Standardisierung,
1:00:10
aber dann gibt es eben auch, aber man kann sich halt absolut nicht drauf verlassen.
1:00:16
Und dann, was auch unterschiedlich ist, so bei Autobahnkreuzen,
1:00:23
hier ist man ja in der Regel das Kleeblatt gewohnt.
1:00:28
So wie bei einem Autobahnkreuz, wo man relativ genau weiß, wie das funktioniert.
1:00:33
Es ist alles sehr einfach so in den USA.
1:00:39
Aber sind Kleeblätter nicht so
1:00:41
verbreitet, weil eben Kleeblätter sind auch gleichzeitig am wahrsamsten,
1:00:49
was Platz angeht, sondern stattdessen sind Autobahnkreuze ein riesiger Verhau an Straßen,
1:00:59
Brücken, Unterführungen, also teilweise auf fünf verschiedenen Ebenen geht das
1:01:04
über und untereinander her.
1:01:06
Und da muss man halt wirklich genau aufpassen, Abfahrten sind öfter auch mal
1:01:12
links statt rechts und so.
1:01:15
Also diese Verhaue im Grund ist, weil man effizienter sein möchte und vermeiden
1:01:24
möchte, dass wie beim Kleeblatt halt die Leute zu oft Spuren wechseln müssen.
1:01:32
Dann ist halt quasi jede Richtung mit jeder über eine direkte Brücke oder Abfahrt verbunden.
1:01:41
Und das verbraucht dann allerdings das Mehrfache an Platz natürlich,
1:01:47
weswegen es in Europa nicht so verbreitet ist, während man in den USA einfach, da ist Platz.
1:01:55
Also das merkt man eben überall, dass die Leute das Gefühl haben,
1:01:59
da ist Platz, jedenfalls in weiten Teilen der USA.
1:02:05
Ja, plus Parkplätze, außer jetzt in älteren Städten oder Stadtzentren hast du
1:02:15
überall leere Parkplätze, natürlich, wenn du einkaufen fährst oder so.
1:02:20
Also ich meine, die USA hat auch über eine Milliarde Parkplätze für 300 Millionen Autos oder so.
1:02:26
Das heißt, wenn man Einwohner, das heißt meistens Parkplätze.
1:02:33
Und was mir aber auch dann aufgefallen ist, ich habe tatsächlich einmal das
1:02:39
Auto genommen, nur um zu einem Restaurant auf der anderen Straßenseite zu fahren.
1:02:45
Weil das war eine fünfspurige Straße ohne Fußgängerübergangsmöglichkeit nachts.
1:02:54
Sag ich mir, nee.
1:02:56
Ja, und bin halt, weiß nicht, 150 Meter mit dem Auto gefahren,
1:03:01
nur um nicht diesen fünfspurigen Highway zu Fuß überqueren zu müssen.
1:03:08   tim-pritlove
Absolut nachvollziehbar und so machen das ja auch alle. Wir kommen jetzt auch schon so langsam,
1:03:15
touchieren wir ja halt auch so ein Kernproblem der USA und nirgendwo macht sich
1:03:21
das glaube ich so breit wie im Verkehrsbereich,
1:03:25
nämlich einerseits so die marode Infrastruktur,
1:03:29
das hast du ja auch schon angesprochen,
1:03:31
aber eben auch diese Durchformatierung des gesamten Landes und vor allem auch
1:03:36
der Städte durch Straßen und alles ist aufs Auto orientiert.
1:03:43
Das erzeugt ja eine ganze Menge Probleme und mal von solchen offensichtlichen Problemen,
1:03:51
wie dass man nirgendwo zu Fuß hingehen kann und du aus dieser Spirale auch gar
1:03:57
nicht mehr rauskommst, dass du eigentlich für alles das Auto nehmen musst.
1:04:00
Weil es gibt keine Alternativen.
1:04:02
Also weder gibt es.
1:04:05
Fußwege, noch Fahrradwege, wo man sagen könnte, auf einer lokalen Ebene könnte
1:04:14
ich ja auch mal das Auto stehen lassen oder da mal kurz hingehen,
1:04:19
weil es ist ja nur 150 Meter.
1:04:20
Aber das wird ja dann schon vollkommen unmöglich gemacht durch das Straßendesign
1:04:24
und dann eben diese riesigen Straßen, die eigentlich bei uns eher Autobahnen wären.
1:04:32
Sodass du das dann eben nicht machst und dass du natürlich auch noch das ganze
1:04:36
Layout der Städte selbst, die,
1:04:39
einerseits völlig krass immer zwischen so gewerblichen Gebieten und Wohngebieten
1:04:44
unterscheiden, in denen noch nicht mal ein Supermarkt stehen darf,
1:04:48
sodass du auch nichts in der Nähe hast.
1:04:51
Also von Walkable City will ich gar nicht sprechen, aber überhaupt so mal die
1:04:56
Infrastruktur, die die Leute einfach regelmäßig brauchen, mal dahin zu verlegen, wo die Leute sind,
1:05:02
Und das kommt vielen Städten dort überhaupt nicht in den Sinn,
1:05:05
weil sie sowas wie ein Supermarkt schon als Bedrohung des Wohnens empfinden,
1:05:11
weil natürlich diese Supermärkte dann auch immer diese riesigen Mengen an Parkplätzen
1:05:17
mit sich bringen, weil ja alle mit dem Auto unterwegs sind.
1:05:20
Also die Idee, so einen lokalen Tante-Emma-Laden in einem Wohngebiet zu haben,
1:05:28
das geht teilweise rechtlich gar nicht und irgendwie kommt den Gemeinden auch
1:05:35
gar nicht der Gedanke, weil das ist ja überall so.
1:05:38   pavel-mayer
Also tatsächlich ist es wohl so, es gibt Gegenden, speziell in Washington D.C.
1:05:49
Zum Beispiel, gibt es auch eine Menge, Viertel, die fußläufig sind.
1:05:56
Der Punkt ist, alles, was vor
1:06:03
1920 an Stadtzentren oder an Häusern oder an Stadtvierteln gebaut wurde,
1:06:11
ist mehr oder weniger mit Europa vergleichbar, von der Dichte und von der Struktur.
1:06:22
Aber ab 1920 gibt es das nicht mehr, weil wie du richtig gesagt hast,
1:06:30
wegen Satzungen und so weiter, wegen Auto.
1:06:34
Und das Problem ist, man kann solche Viertel heute auch nur ganz schwer wieder bauen,
1:06:41
sodass die wenigen, ich sag mal knappen übrig gebliebenen fußläufigen Gegenden sind begrenzt.
1:06:50
Die sind nicht vermehrbar.
1:06:53
Das ist halt auch, weshalb es halt dann super teuer ist, jetzt in solchen Gegenden
1:06:58
zu wohnen. Und in Washington aber ja, gab es...
1:07:02
Ganz normal, wie man es hier auch kennt, mit Anwohnerparken und einem Haufen
1:07:09
zweistöckiger Reihenhäuser und Fahrradwegen,
1:07:18
Radfahrern, Joggern, die unterwegs waren und mit Supermärkten,
1:07:26
die in Fußnähe waren tatsächlich.
1:07:29   tim-pritlove
Aber das hast du nur in so City-Gebieten?
1:07:32   pavel-mayer
Wie gesagt, uns in Cities tatsächlich nur was aus den 1902-1920 übrig geblieben.
1:07:40   tim-pritlove
Und die in der Folge nicht nochmal platt gemacht wurden. Es gab ja auch sehr
1:07:43
viele Städte, da ist dann auch nochmal das alte Stadtzentrum abgerissen worden,
1:07:46
weil das muss ja jetzt ja alles fürs Auto gemacht werden.
1:07:49
Also das war ja im Prinzip auch die Lobby Nummer schlechthin,
1:07:55
also wo einfach die Automobilindustrie,
1:07:57
ganz stark Einfluss genommen hat auf die Städte und auf die Regierung,
1:08:02
damit entsprechende Gesetze auch erlassen werden,
1:08:06
dass so Straftatsbestände wie Jaywalking eingeführt werden, also wenn du sozusagen
1:08:11
als Fußgänger über eine Straße gehst und es ist nicht grün, dass das dann sozusagen bestraft wird.
1:08:16
Alles wurde auf das Auto ausgerichtet, aber das ist natürlich jetzt auch für
1:08:21
die USA eine totale Falle.
1:08:24
Also nicht nur, weil das halt sinnloser Energieverbrauch ist,
1:08:29
die Vereinzelung der Menschen nochmal extrem vorantreibt, weil da halt einfach
1:08:35
überhaupt gar keine Communities entstehen können, beziehungsweise Communities
1:08:38
nicht da entstehen können, wo man zusammen lebt,
1:08:41
sondern Communities sich eigentlich nur noch an Veranstaltungsorten, an Kirchen.
1:08:48
Sportveranstaltungen, wo genug Parkplätze sind, abspielen können oder in Shoppingmalls,
1:08:54
also alles auch in kommerziellen Umfeldern nur noch stattfinden kann,
1:08:59
aber es kaum nicht kommerzielle Umfelder gibt, wo du eine Community hast,
1:09:04
vielleicht noch Schule oder sowas, aber das war es dann halt auch schon.
1:09:07
Und das zweite Problem ist.
1:09:10
Die Maintenance von diesen Infrastrukturen, die sie da gebaut haben, die wird richtig teuer.
1:09:17
Und das ist halt jetzt schon ein Hauptgrund für die Verschuldung und die mangelnde
1:09:22
Investitionen auch in andere Dinge, weil einfach für nichts anderes mehr Kohle
1:09:26
da ist, außer Straßen permanent auszubessern, wenn es denn überhaupt noch stattfindet.
1:09:31
Also entweder findet es nicht statt, die Straßen sind in einem ziemlich schlechten
1:09:35
Zustand, ich schätze mal, das dürftest du auch gesehen haben,
1:09:38
oder da wo sie nicht in einem schlechten Zustand sind,
1:09:42
geben sie einfach höllisch viel Geld aus, nur um diese sinnlose Zahl an Straßen aufrecht zu erhalten,
1:09:48
die man halt braucht, weil man sich eine Infrastruktur, ein Layout zugelegt
1:09:54
hat, was eben Straßen für Autos braucht.
1:09:57
Und Autos machen halt diese Straßen schnell kaputt und dadurch verdienst du halt auch nix.
1:10:03
Also der Landverbrauch ist ja so enorm, wenn du da auch nur so einen normalen
1:10:08
McDonalds hast mit McDrive, so, ne, dann ist da erstmal so ein riesiger Parkplatz drumherum.
1:10:14
Und schon der nächste Laden, wenn er sich mal nicht zufällig die Fläche teilt
1:10:20
jetzt mit einem anderen Laden, aber normalerweise hast du ja dann,
1:10:23
wieder die nächste Ausfahrt und dann wieder ganz viele Parkplätze um den nächsten
1:10:28
Burger King drum und der nächste Klamottenladen oder der nächste Shopping Mall
1:10:31
ist auch wieder von Kilometer,
1:10:34
Hunderten von Metern von Parkplatzfläche getrennt und für die Gemeinden ist
1:10:41
das eigentlich total kontraproduktiv,
1:10:43
weil die kaum Umsätze machen pro Quadratmeter.
1:10:47
Also die Flächen, die sie haben, werfen einfach nichts ab, während wenn du jetzt
1:10:51
so ein normales europäisches Hauptstadtdesign hättest, also Also Fußgängerzone
1:10:56
muss auch nicht mal eine Fußgängerzone sein.
1:10:59
Einfach so diese Dichte, die wir so, sagen wir mal, aus unseren Hauptstädten
1:11:03
oder überhaupt aus unseren Städten kennen, wo du so ein Zentrum hast oder auch
1:11:07
außerhalb des Zentrums viele Läden hast, da machen ja die Gemeinden ihr Geld.
1:11:14
Die wirtschaftliche Aktivität führt ja dazu, dass die Gemeinden überhaupt das Geld haben.
1:11:21
Stattdessen besteht eigentlich alles nur noch aus Parkplätzen,
1:11:24
die einfach nur teuer sind.
1:11:26
Vor allem die Maintenance der Straßen ist halt teuer. Aber sie verdienen damit
1:11:30
halt einfach gar kein Geld.
1:11:31
Also es macht einfach hinten und vorne überhaupt gar keinen Sinn.
1:11:35
Und es hat auch noch ein paar andere Auswirkungen auf die Gesellschaft.
1:11:39
Da kommen wir sicherlich später noch zu.
1:11:41   pavel-mayer
Ja, also dort wird halt an vielen Stellen eher auf, ich sag mal,
1:11:47
Quantität statt auf Qualität gesetzt.
1:11:49
Das ist so ein bisschen, ja, überprovisorisch und zeigt sich auch bei der Straßenqualität.
1:11:57
Die ist sehr unterschiedlich.
1:11:59
Also es gibt Stellen, wo offensichtlich.
1:12:04
Sie in der Lage sind, Autobahnen zu bauen, die glatt sind, einen guten Fahrbahnbelag
1:12:13
haben und insgesamt, wo es sich gut drauf fährt.
1:12:17
Aber du hast dann auch entweder Stellen, wo Straßen, die komplett kaputt sind,
1:12:24
also kaputter, als ich das in Berlin je gesehen habe.
1:12:27
Das ist so eher, weiß ich nicht, 90er Jahre DDR, frühe 90er Jahre ehemaliger
1:12:36
Osten, irgendwie ein bisschen in der Provinz.
1:12:39
So erinnerte mich das stark dran.
1:12:42
Aber was ich dann am krassesten fand, waren dann Teile des Highways gerade frisch
1:12:51
asphaltiert worden, so mit einem großen Schild natürlich.
1:12:56
Das ist jetzt durch die Biden-Initiative,
1:13:00
jetzt hier Biden-Infrastruktur-Initiative, beziehungsweise sie wurde dann dort
1:13:04
als Bipartisan Infrastructure Initiative, hat jetzt diese folgenden 50 Kilometer Highway neu gemacht.
1:13:14
Und dann fährst du dort auf einem frischen Belag und der ist einfach uneben, es rubbelt.
1:13:22
Wo du dir denkst, ich sag mal, die bauen doch so viele Straßen und mittlerweile
1:13:29
machen das ja eigentlich Maschinen, die in der Lage sind,
1:13:33
einfach perfekt glatte Straßen zu bauen, selbst wenn du einfach nur drüber asphaltierst,
1:13:39
du fräst halt den Belag weg und ja.
1:13:42
Nur ganz offensichtlich kommen diese Maschinen nicht überall zum Einsatz.
1:13:48
Ich habe dann auch gesehen, wie die dann diese Straßen machen und teilweise
1:13:53
machen die das ganz normal wie vor 100 Jahren auch mit so einer Maschine,
1:13:59
die dann den Asphalt verteilt und mit so einer Dampfwalze, die dann hin und her fährt.
1:14:04
Und ja, ich meine, das muss jetzt nicht verkehrt sein, aber so siehst du,
1:14:12
während hier siehst du auf den Autobahnen, wenn die das machen,
1:14:15
haben die ja diese gigantischen Maschinen und die fahren dann rüber und die
1:14:21
werden dann in der Regel, ja,
1:14:23
funktioniert das auch.
1:14:26
Und wie gesagt, in den USA gibt es das auch, aber da wären halt auch knallhart
1:14:29
Autobahnen, keine Ahnung.
1:14:31
Wahrscheinlich hat in der Gegend keine Firma irgendwie so etwas und es wäre
1:14:36
zu teuer, das Equipment ranzuschaffen.
1:14:38
Und dann wird dann halt mit dem gearbeitet, was dann halt so eine Firma eben
1:14:44
an Equipment vielleicht auf dem Gebrauchtmarkt geschossen hat und so den Eindruck erweckt.
1:14:51   tim-pritlove
Also es war auch schon immer mein Eindruck von den USA, dass sie eine extreme
1:14:56
Diskrepanz haben in der Modernisierung ihrer Technik.
1:15:00
Übrigens einen ähnlichen Eindruck habe ich auch von Großbritannien,
1:15:04
dass du zwar schon Hightech hast,
1:15:07
klar, ich meine, es sind ja auch in vielen Bereichen in der Forschung und Elektronik
1:15:11
und so weiter ganz weit vorne, Aber was so das Maschinelle betrifft.
1:15:18
Gibt es einfach da nicht so Sachen, die bei uns so gang und gäbe sind.
1:15:23
Das bezieht sich auf Maschinen, das bezieht sich auf Werkzeuge,
1:15:28
auf Befestigungssysteme. Sagen wir mal sowas Einfaches wie, wie verbindet man
1:15:34
zwei Kabel miteinander?
1:15:36
Wenn du da in so ein Home Depot reinlatscht und sagst, hier Elektrik,
1:15:41
wie verbinde ich denn sowas?
1:15:44
Der Standard ist ja so diese komische Cable Nut oder wie das heißt.
1:15:50
Schraubst dann irgendwie so eine komische wie so ein Zahnpasta Deckel auf die
1:15:56
Kabel drauf, die dann damit irgendwie zusammengezwirbelt werden und das soll
1:16:00
dann irgendwie die Verbindung der Kabel sein,
1:16:04
wo du halt hier irgendwie so Vago-Klemmen irgendwie schon als totalen Standard
1:16:09
hast und wenn du jetzt hier in so einen Elektrikladen reingehst oder Klempner
1:16:13
oder sowas das hat halt einfach alles eine andere,
1:16:16
Qualität und klar, das findet man sicherlich hier und da, auch in USA,
1:16:23
aber auch so bei Maschinen und im Alltagskram wirkt es teilweise dann doch deutlich
1:16:28
rückständiger, auch was so Müllentsorgung und so weiter betrifft.
1:16:31   pavel-mayer
Ja, vielleicht,
1:16:34
Und dann noch zum Schluss, was jetzt den Verkehr angeht oder den Autoverkehr.
1:16:39
Die USA ist ja bekannt für ihre niedrigen Benzinpreise, aber das ist ja,
1:16:46
es ist auch eher relativ.
1:16:49
Also da ich in sehr, sehr vielen Bundesstaaten getankt habe,
1:16:55
weiß ich jetzt auch ganz genau, wie der Spritpreis war im Mai und Juni.
1:17:03
Nämlich zwischen 2,25 Dollar pro Gallone in New Mexico und 4,75 Dollar in Kalifornien.
1:17:13
Also zwischen 60 Cent und 1,26 Dollar pro Liter wären das.
1:17:21
Deutlich günstiger als bei uns, aber zumindest in Kalifornien.
1:17:26
So kann man jetzt nicht sagen, dass das jetzt extrem viel billiger ist.
1:17:32
Die 60 Cent sind extrem, aber die 1,26 gehen ganz schön ins Geld,
1:17:39
zumal auch in den USA der Durchschnittsverbrauch,
1:17:45
höher liegt von 1,26.
1:17:50   tim-pritlove
Euro 1,26 Euro 1,26 Euro pro Liter hast du gesagt, umgerechnet.
1:17:58
Okay, also das ist so knapp 1,10 Euro ungefähr derzeit.
1:18:02
Das ist ja jetzt erstmal günstig, aber das wird dann halt einfach durch den
1:18:05
höheren Verbrauch wahrscheinlich aufgefressen.
1:18:08
Also läuft es nicht so viel.
1:18:10   pavel-mayer
Teilweise so. Und dann, wie gesagt, sind halt eben jeder Bundesstaat erhebt
1:18:16
halt ganz unterschiedliche Steuern auf Benzin.
1:18:22
Und Diesel ist auch teurer in der Regel als Benzin.
1:18:26
So ein paar 10, 20, 30 Cent teurer und ja,
1:18:34
also ganz so billig ist es jetzt nicht,
1:18:38
aber ich sag mal, vielleicht die Hälfte, jetzt zahlt man für einen Sprit,
1:18:43
wenn man das jetzt auch noch nach Kaufkraft bereinigt, jetzt nochmal anpasst.
1:18:50
Aber ja, vor allem teuer ist es vor allem interessanterweise an den Küsten,
1:18:55
Man würde ja denken, da kommt das Öl an.
1:18:59
Aber ja, und Texas war auch nicht am billigsten, interessanterweise.
1:19:05
So würde man auch denken.
1:19:07
Aber war auch eher bei den billigen Staaten.
1:19:11
Während Kalifornien, Oregon und Washington haben halt eher höhere Spritpreise.
1:19:17
Und Florida war auch nicht so billig.
1:19:21
Ja, also...
1:19:26
Insofern, ja, alles etwas verschwenderischer.
1:19:31   tim-pritlove
Wenig überraschend, finde ich. Weil für Verschwendung sind die USA ja irgendwie bekannt.
1:19:39
Also wir auch, das gleich voranzustellen.
1:19:44
Aber ich habe so den Eindruck, alles was bei uns scheiße läuft,
1:19:48
das hat sich so in den USA immer mindestens so doppelt so extrem abgebildet.
1:19:55   pavel-mayer
Kannst du das bestätigen? Ja, also ich meine, vielleicht schaffen wir es auch
1:20:01
irgendwann zu positiven Dingen zu kommen.
1:20:04   tim-pritlove
Achso, das hat man doch schon. Das sieht da ganz hübsch aus und so, die Bärme sind nett.
1:20:08   pavel-mayer
Ja, ja, ja, aber so ansonsten ja generell einfach viel Plastik.
1:20:15
So kann man es ist was, was auch auffällt, so dass Glasflaschen einfach die Ausnahme sind.
1:20:23
Und sie mittlerweile sogar dazu übergehen, Spirituosen der Mittelklasse,
1:20:30
also selbst in Plastikflaschen, also Wodka zum Beispiel,
1:20:37
in Plastikflaschen oder Whisky in Plastikflaschen abzufüllen.
1:20:45
Und ja,
1:20:49
dann ist es natürlich so, Also auch überhaupt zehn Staaten haben Pfand auf Getränkebehälter
1:20:56
so, meistens fünf Cent, aber irgendwie,
1:20:58
ich weiß nicht, habe ich gar keine Pfandrückgabestellen oder so gesehen.
1:21:03
Ich glaube, die Leute zahlen das einfach und dann stellen das am Straßenrand
1:21:10
ab oder so und überlassen das dann anderen.
1:21:14
Und ja, generell auch Plastikmöbel sind deutlich mehr verbreitet.
1:21:20
Also das ist dann auch die Betten aus Plastik und natürlich Stühle aus Plastik.
1:21:26   tim-pritlove
Betten aus Plastik.
1:21:27   pavel-mayer
Ja, und Schränke aus Plastik.
1:21:29   tim-pritlove
Schränke aus Plastik.
1:21:31   pavel-mayer
Mhm, das ist also, wie gesagt, ist verbreitet.
1:21:36
Ist deutlich verbreiteter als hier.
1:21:42
Dann hast du natürlich auch, ich meine, bei uns ist es ja schon schlimm mit
1:21:45
doppelt verpackt, Aber da habe ich teilweise wirklich viele Sachen dreifach verpackt.
1:21:50
Also ab Werk.
1:21:55
Eine Verkaufsverpackung, eventuell noch mit Zellophan,
1:21:59
ein Karton mit Zellophan, dann machst du die auf und da ist dann noch eine Unterverpackung
1:22:04
drin und dann ist noch mal jedes Teil noch mal einzeln eingepackt.
1:22:12
Also das hat man auch häufig. aber am lustigsten fand ich.
1:22:23
Die haben ja nicht diese Plastikkappen auf den Flaschen, wie jetzt in der EU
1:22:30
vorgeschrieben sind, die halt an der Flasche dranbleiben müssen.
1:22:36
Wo wir uns erstmal, glaube ich, viele aufgeregt haben, was ist das denn für ein Mist?
1:22:44
Warum ist denn das da dran?
1:22:46
Amerika hat das nicht. Ich habe mich jetzt mittlerweile, ich festgestellt,
1:22:51
so sehr daran gewöhnt, dass die Kappen in der Regel dranbleiben,
1:22:57
dass ich das total nervig und rückständig fand,
1:23:01
dass die Plastikkappen einfach abfallen.
1:23:04
Also gerade, wenn du im Auto unterwegs bist oder im Auto mal einen Schluck aus
1:23:07
der Flasche nimmst, ist es total praktisch, dass du nicht irgendwie eine Hand
1:23:12
für den Deckel oder den dann irgendwo ablegen oder wie auch immer,
1:23:17
sondern ja, und da dachte ich, was ist das denn, hier fallen ja die Deckel von den Flaschen ab.
1:23:23
So sehr kann man sich an neue Dinge gewöhnen. viele Leute jetzt sagen, ah, furchtbar Das.
1:23:32   tim-pritlove
Ist wirklich ein interessanter Aspekt ich meine, das haben ja auch einige Leute
1:23:35
darüber aufgeregt, so im Sinne von, ja, okay um sowas kümmern wir uns jetzt,
1:23:39
aber hier die großen Probleme, die bleiben anteckend,
1:23:43
absolut berechtigte Kritik und es daran festzumachen, okay aber tatsächlich
1:23:48
ist der Praktikabilitäts Aspekt dabei nicht zu verachten, also stimmt schon,
1:23:54
ich finde es, jetzt wo du es sagst, geht es mir genauso im Film.
1:23:58   pavel-mayer
Mir war das erst aufgefallen, als es plötzlich nicht mehr da war. Und,
1:24:08
Insofern ja und dementsprechend natürlich aber auch so dieses viel Plastik so
1:24:20
färbt halt auch auf Häuser.
1:24:23   tim-pritlove
Also es ist eine totale, wie sagt man, Scourge, also es verfolgt einen und es
1:24:30
ist ja auch nicht nur jetzt in den USA so.
1:24:33
Also auch wenn du jetzt innerhalb von Europa die Länder wechselst,
1:24:38
da hast du ja dann auch eine andere Tendenz. und ehrlich gesagt,
1:24:41
es hängt auch so ein bisschen davon ab, wo man kauft.
1:24:45
Also gehst du schon mal in einen anderen Supermarkt, so Aldi,
1:24:49
Lidl und so, da bin ich dann auch immer wieder abgeturnt davon,
1:24:52
wie viel dort in Plastikflaschen angeboten wird und auch wie das so mit den,
1:24:56
Verpackungen so ist, weil das ja oft auch,
1:24:59
ein Mittel der Verkaufsstrategie und so weiter ist.
1:25:04
Okay, bei uns ist viel Kartonage am Start, wo man vielleicht jetzt in den USA
1:25:10
Plastik erwarten würde, aber ich hatte jetzt zum Beispiel in meiner Zeit in Spanien,
1:25:15
auch den Eindruck, dass dort mit Plastik anders nicht so gut umgeht,
1:25:19
also es mehr ist, also insbesondere jetzt bei Getränken, aber nicht nur dort.
1:25:25   pavel-mayer
Ja, nee, generell ist, ja, gebe ich dir recht, ist in vielen europäischen Ländern auch, ja,
1:25:34
ist man plastikaffiner, sage ich mal, oder macht sich nicht so viele Gedanken darüber.
1:25:44
Ja, also aus dem Stichwort ein bisschen Wegwerfmentalität, glaube ich,
1:25:54
wie das früher hieß oder heute vielleicht, man das auch noch bezeichnen kann.
1:26:02
Das findet sich eben auch sehr viel in Häusern wieder, beziehungsweise dieser
1:26:08
Quantität statt Qualität und gucken,
1:26:13
lieber billig und öfter was Neues als irgendwie teuer und dann warten und instand halten.
1:26:23
So, das ist so eine, ich meine, philosophiefähig ist das in den meisten Ländern
1:26:29
der Welt so, nur in Deutschland anders oder in einer Handvoll Länder wie Deutschland
1:26:34
anders, dass man einfach auf,
1:26:37
größeren Wert auf Wartung und Instandhaltung setzt.
1:26:44   tim-pritlove
Ist schon stark ausgeprägt bei uns.
1:26:50
Könnte auch noch ausgeprägter sein. Also ich finde, an der Stelle können wir
1:26:53
uns gerne weiter radikalisieren oder auch zumindest mal wieder dahin zurückkommen, wo wir schon mal waren.
1:26:59
Weil wir sind ja nicht frei von Wegwerfmentalität.
1:27:04
Und ich würde sagen, das zeigt sich halt auch ganz deutlich,
1:27:07
auch wenn das natürlich auch ein globales Problem ist, bei so Geräten.
1:27:11
Also du kaufst halt irgendwelche Geräte und die Scheiße ist einfach nicht mehr
1:27:15
ordentlich zusammengeschraubt, geht einfach viel zu schnell kaputt.
1:27:22
Und dieses wer billig kauft, kauft dreimal Ding, das gilt leider viel zu oft.
1:27:30
Und das ist, was mich immer völlig fertig macht, ist, wenn es einem nicht gelingt,
1:27:34
bei irgendeinem Produkt, also dass es noch nicht mal die Option ordentlich gibt.
1:27:39
Also dass du wirklich nur noch Trash kaufen kannst. und ich merke das halt auch
1:27:43
immer wieder, wenn ich so meine Komfortzone Metropolregion Berlin verlasse,
1:27:50
ja, was weiß ich jetzt, weil ich mal irgendwie so.
1:27:53
In Polen für ein paar Tage und da mal dann im Supermarkt und dann hast du so
1:27:58
eine Liste mit so Sachen, die du kaufen willst und,
1:28:01
diese Produkte existieren einfach gar nicht oder existieren zumindest nicht
1:28:05
in der Qualität, in der du es
1:28:07
jetzt irgendwie erwarten würdest und du hast halt auch gar kein Angebot.
1:28:10
Aber unabhängig vom Angebot ist halt auch immer die Frage, wie sehr orientierst
1:28:16
du dich an Langlebigkeit und inwiefern orientierst du dich an Langlebigkeit?
1:28:22
Good enough for the moment. Und ich glaube, so good enough for the moment ist
1:28:28
definitiv in den USA halt auch ein Thema.
1:28:31   pavel-mayer
Ja, es hat, glaube ich, auch was damit zu tun, dass dort viele Städte schnell geboomt wird.
1:28:45
Und dann aber auch, wenn der Boom vorbei ist, dass dann sehr schnell man zulässt,
1:28:52
dass dort Geisterstädte entstehen oder die Leute ziehen dann einfach weg.
1:28:56
Um das auch vielfach zu beobachten, immer wieder einfach auch Häuserruinen.
1:29:03
So Häuser, teils freistehende Häuser, teils in manchen Städten,
1:29:14
Auch in der Nähe vom Death Valley gibt es eine ganze Reihe von kleineren Städten,
1:29:22
die mal größere Erze oder andere Minen abgebaut haben,
1:29:33
die dann natürlich zurückgefahren sind.
1:29:35
Und wo du einfach siehst, die da im Verfall sind, im Rückgang sitzt,
1:29:41
wo die Hälfte der Häuser in der Stadt einfach verfallen sind, wo aber noch was ist.
1:29:48
Und dann hast du halt regelrecht Geisterstädte, Hunderte, Tausende,
1:29:53
wo die irgendwann mal gebaut und wieder aufgegeben geworden sind.
1:29:58
Und dann guckt so ein Haus, also ein neues Haus ohne Grundstück jetzt,
1:30:05
wenn du dir so ein Haus kaufen willst, geht bei 150.000 Dollar los ungefähr,
1:30:10
so aus der Fabrik jetzt produziert und angekarrt auf dem LKW und dann vor Ort zusammengebaut.
1:30:20
Also geht bei 150.000 los und jetzt für ein normales Haus, wenn man jetzt nicht
1:30:25
irgendwie so ein gigantisches Mac Mansion hat oder so, geht das schon bis 300.000 Dollar hoch.
1:30:34
Also ein Haus kostet ungefähr so viel wie ein Camping, wie ein großer Campingbus.
1:30:46
Aber es fühlt sich auch oft so an, wenn du in diesen Häusern bist.
1:30:51
Die Türen fühlen sich oft super leicht an.
1:30:54
Die Riegel und so hat man das Gefühl, das ist fast Wohnwagentechnologie.
1:31:01
Das sind so kleine, dünne Blechlaschen und so.
1:31:08
Und ja, also ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, eigentlich in Ferienhäusern zu übernachten,
1:31:17
weil das alles, die haben halt so, ja, Holz und leicht und alles fühlt sich
1:31:24
nicht so richtig steinig an.
1:31:26
Ich meine, klar ist jetzt Gewohnheit, aber es gibt auch Steinhäuser,
1:31:31
ich habe da eine Ausschau gehalten.
1:31:33
Das ist natürlich dann auch wieder abhängig von der Gegend und der Geografie.
1:31:38
Aber grundsätzlich hat man da herausgefunden, jetzt vor 60, 70 Jahren,
1:31:47
wie man Häuser wirklich, wirklich billig bauen kann.
1:31:52
Und da gibt es so eine Bauweise und an der orientieren sich alle.
1:31:58
Und das ist ja schnell und billig.
1:32:01
Und ja.
1:32:04
In normalen Häusern, die Badewannen, sind die, wie man das vielleicht aus dem
1:32:08
Hotel oder Motel kennt, in der Regel sehr niedrig, in der Regel so kurz,
1:32:12
dass man sich nicht ausstrecken kann.
1:32:15
Duschen hast du selten einen Duschschlauch dabei, das ist dann also alles schon Luxus,
1:32:21
sondern da hast du halt dann ja ein Hahn, da kommt das Wasser für die Badewanne
1:32:28
raus, das Badewasser und dann eine fest montierte Dusche oben,
1:32:32
da kommt dann das Duschwasser raus. aber nichts mit Handbrause oder so.
1:32:36
Also das ist dann schon die Ausnahme.
1:32:40
Interessanterweise Handbrausen scheinen auch nicht so sehr verbreitet zu sein.
1:32:44   tim-pritlove
Ja, da ist so ein Auslass an einer Wand und dann kommt das Wasser raus.
1:32:48   pavel-mayer
Ja.
1:32:49   tim-pritlove
Das ist einfach kulturell festgenagelt. Ich meine, genauso wie du in Großbritannien
1:32:55
jetzt langsam erst, also jetzt ist das so langsam Standard, dass das Konzept
1:33:01
einer Mischbatterie sich durchsetzt.
1:33:03
Also dass so heißes Wasser und kaltes Wasser sozusagen getrennt ist.
1:33:09
Und ja, das, man füttelt sich nicht im Kopf.
1:33:15   pavel-mayer
Ja, ich hatte einmal in Großbritannien, war ich in einem Haus,
1:33:19
da war im Badezimmer Teppichboden, so Flukati-mäßig in Rot, kann ich mich noch erinnern.
1:33:28
Da fand ich interessant, wer verlegt eigentlich, ist das jetzt üblich,
1:33:33
dass man Teppich hat im Bad, also Teppichboden im Bad in Großbritannien?
1:33:46   tim-pritlove
Generell gibt es viel Teppich in Großbritannien.
1:33:50
Also so Teppich in Wohnungen ist eigentlich sehr verbreitet,
1:33:54
auch in Hotels und so weiter. Hast du das oft?
1:33:58
Man mag Teppich. Und es mag durchaus sein, dass es sich auch bis ins Bad erstreckt
1:34:05
auf meiner letzten Reise, wo ich in ein paar Hotels war.
1:34:10
Da habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht drauf geachtet, aber ich meine,
1:34:14
keinen Teppich gesehen zu haben im Badezimmer.
1:34:18   pavel-mayer
Ja, ja.
1:34:19   tim-pritlove
Also, bleiben wir bei den USA.
1:34:22   pavel-mayer
Jedenfalls, ja, in den USA dann die auch dann diese Türen, Türklinken und Schlösser,
1:34:29
fühlt sich alles nicht so super an und dann, wenn die,
1:34:35
Denn dann die Hauseingangstürme, gut, Deutschland hat ja die Tradition von richtig
1:34:40
teure, schwere Hauseingangstür.
1:34:44
Also sie muss, ja, und thermisch isoliert und so und wasserdicht und weiß der Geier was, nicht alles.
1:34:54
Also in den USA macht man das einfacher, wenn die normale Tür,
1:35:00
weil die halt nicht dicht genug ist, wenn es regnet, setzt man halt einfach
1:35:05
noch eine zweite Sturmtür davor, die dann das Wasser von der Tür abhält,
1:35:09
damit die Tür nicht nass wird und das Wasser reinläuft.
1:35:13
Ich habe dann auch gefragt, dann heißt das, habt ihr eine Tür vor eurer Tür,
1:35:17
die dann die Tür davor schützt?
1:35:21
Ja, scheint auch recht normal zu sein.
1:35:27
Und ja, ist gut. Achso, und dann?
1:35:32   tim-pritlove
Das war ich, dass wir an den Türen bleiben. Türen und was ja auch krass ist, sind ja auch Fenster.
1:35:40
Ich finde es immer so lustig, wenn man sich so Videos anschaut,
1:35:42
es gibt ja so eine ganze Menge,
1:35:46
Amerikaner, die jetzt in Deutschland leben. Weißt du?
1:35:50
Oder auch umgekehrt, aber vor allem ist ja immer so dieses Interessante,
1:35:56
was schockiert Amerikaner, die nach Deutschland, oder fasziniert und schockiert
1:36:01
Leute, die nach Deutschland kommen und jetzt hier irgendwie wohnen.
1:36:04
Oder auch nur für kurze Zeit da sind.
1:36:07
Und Nummer eins, wirklich auf allen Kanälen, sind unsere Kippfenster.
1:36:13
Das ist für die Space Technology.
1:36:17
Also solide,
1:36:22
gut isolierte Fenster, die man aufmachen kann und die man mit einem Dreh kippen
1:36:28
kann, das ist vollkommen unbekannt in den USA.
1:36:33
Und stattdessen hast du dann teilweise immer noch so diese albernen Hochschiebfenster.
1:36:38
Das ist ja auch in Großbritannien auch so eine Plage.
1:36:44
Also man merkt auch einfach, es gibt da nicht dieses Handwerk.
1:36:49
Da muss man ja auch mal sehen, Das hat ja meistens auch alles so eine historische
1:36:53
Komponente und wir haben nun hier in Europa und speziell eben in Deutschland den Vorteil,
1:36:58
dass wir eben so über hunderte von Jahren hat sich da so eine Handwerkskunst
1:37:03
ausgebildet und für jeden Scheiß gibt es hier halt einfach auch irgendwo mal
1:37:08
einen Spezialisten und mittlerweile einen mittelständischen Betrieb,
1:37:11
der sich eben um Türklinken kümmert.
1:37:14
Und da gibt es aber nicht nur einen, sondern es gibt halt 150 Türklinkenhersteller,
1:37:19
die irgendwie in einem brachialen Qualitätswettbewerb miteinander stehen.
1:37:23
Und es gibt natürlich auch Installateure, die mit dieser ganzen Technologie vertraut sind.
1:37:28
Ich schätze mal, in den USA, selbst wenn du als Hausbauer,
1:37:33
Besitzer, Käufer mit der deutschesten aller deutschen Mentalitäten da reingehst
1:37:39
und sagst, wir bauen jetzt aber hier mal ein richtiges Haus,
1:37:42
so mit Steinen und Isolierung und ordentlichen Fenstern und ordentlichen Türen,
1:37:48
du hättest schlicht Probleme,
1:37:50
a, überhaupt das Material zu bekommen.
1:37:53
Also baut ja keiner, hat ja keiner, ist nicht da, existiert einfach nicht,
1:37:58
das Werkzeug zu bekommen, was du brauchst, um das irgendwie auch alles ordentlich
1:38:01
zusammenzubringen, die Maschinen,
1:38:03
Verbundmaterialien, alles mögliche, Pipapo, Nägel, Werkzeuge.
1:38:11
Es ist halt einfach gar nicht machbar. Also es ist überhaupt nichts anderes da.
1:38:15
Und von daher wird halt so ein bisschen dieses Gute-Nav gebaut.
1:38:18
Und das andere Ding, glaube ich, was hier noch mit reinspielt,
1:38:21
ist, dass so ein Haus bei uns hat glaube ich ein Haus auch eine andere Bedeutung.
1:38:28
Also ein Haus ist hier wirklich so die Investition deines Lebens,
1:38:34
das baust du so und dann bleibst du da bis ans Ende deiner Tage.
1:38:38
Und klar ziehen auch mal Leute aus und verkaufen ihr Haus und bauen sich nochmal eins.
1:38:43
Aber die Regel ist, dass so ein Haus, so Home is my castle. Und in den USA habe
1:38:48
ich eher so den Eindruck,
1:38:51
Das ist mehr so eine Art Parkplatz, so eine Parkplatzsituation in ihrem Leben
1:38:59
und dementsprechend wird es sehr viel temporärer betrachtet.
1:39:03   pavel-mayer
Ja, weil eben auch die Mobilität ist dort deutlich höher und die Leute mieten auch weniger,
1:39:11
sondern da wird dann ein Haus gekauft und dann zieht man weg und dann verkauft man das und kauft Neues.
1:39:18
Es ist nicht unüblich, dass man so als Amerikaner der Mittelklasse drei,
1:39:26
vier, fünf Häuser im Laufe seines Lebens besitzt.
1:39:30
Das ist jetzt nichts Ungewöhnliches oder so.
1:39:35   tim-pritlove
Genau und deswegen muss es auch nicht so lange halten. Nach zehn Jahren ist
1:39:38
es dann irgendwie durch und dann wird es im Zweifelsfall halt auch eher abgerissen.
1:39:43
Und gerade bei den Wohnlagen, von denen du gesprochen hast oder diesen verlassenen
1:39:46
Städten oder Stadtteilen, ist ja dann auch oft so, dass du dann eben sehr viele
1:39:51
von diesen Häusern, die du überhaupt nicht mehr bewohnt hast,
1:39:53
hast, weil keine Nachfrage,
1:39:57
gibt da keine Jobs und Städte wie Chicago hatten da also auch das Problem, dass hier einfach,
1:40:07
Entschuldigung, nicht Chicago, Detroit, genau, Detroit.
1:40:10
Also die halt so extrem da unter dieser Deindustrialisierung gelitten haben,
1:40:15
dass sie also ganze Stadtteile hatten,
1:40:16
die halt einfach zu 80 Prozent dann nur noch aus leeren Häusern bestanden und
1:40:23
die Strategie, da überhaupt wieder Leben reinzubringen ist,
1:40:26
schlicht einfach diese ganzen Häuser einfach komplett wegzunehmen und abzureißen
1:40:30
und dann mehr oder weniger vom Scratch zu starten.
1:40:34
Weil wenn du dann erstmal ein verfallenes Haus hast, dann wirkt sich das eben
1:40:39
auf die ganze Neighborhood auch entsprechend aus. Naja.
1:40:44
Sidetrack. Also ja, ist so eine Sache mit der Infrastruktur und wenn ich das
1:40:49
auch richtig sehe, sind die Häuser jetzt auch nicht unbedingt immer an so eine
1:40:51
öffentliche Kanalisation angeschlossen, oder?
1:40:55   pavel-mayer
Ja, ich hatte den Eindruck, dass ziemlich jedes zweite Haus,
1:41:02
wo ich übernachtet habe,
1:41:04
eine Sickergrube hatte und eben nicht an die Kanalisation angeschlossen war.
1:41:11
Und habe dann geguckt und in der Tat ist es so,
1:41:16
dass in Gesamt-USA 20 Prozent der Haushalte nicht an die Kanalisation angeschlossen sind.
1:41:27
In vielen Staaten aber über 50 Prozent nicht angeschlossen sind an die Kanalisation,
1:41:35
sondern da kommt dann alle paar Wochen eben ein Lkw vorbei und entleert die
1:41:43
Sickergrube und bringt das dann irgendwo zur Kläranlage.
1:41:48
Und die Vergleichszahl in Deutschland ist 3 Prozent. Also in Deutschland sind
1:41:52
drei Prozent der Einwohner nicht an die Kanalisation angeschlossen.
1:41:59   tim-pritlove
Das ist natürlich jetzt bei den Dimensionen, die man dort hat und den ländlichen
1:42:03
Regionen, die wir schon beschrieben haben, ist jetzt auch nicht sonderlich überraschend,
1:42:08
dass es da andere Zahlen hat.
1:42:12   pavel-mayer
Ja, aber das macht natürlich auch ohne Ende Probleme.
1:42:22
Also Sickergruben waren mehrfach ein Thema, dass dann eines der Bäder gerade
1:42:31
nicht benutzt werden konnte, weil es irgendwie Probleme gibt.
1:42:35
Weil dann irgendwie zwei Sickergruben
1:42:37
und die sind nicht ordentlich synchronisiert und keine Ahnung.
1:42:42
Also ja, und generell, also viele kleinere Hauskatastrophen oder mehrere habe
1:42:51
ich dann so mitbekommen.
1:42:53
Andere Katastrophe war, dass sich dort jemand einen neuen Wäschetrockner oder
1:43:00
Waschmaschine hat liefern lassen und dann,
1:43:05
Ja, ich meine, hier schraubt man das einfach an,
1:43:10
aber da gibt es halt dann wohl verschiedene Systeme und jedenfalls war dann
1:43:16
wohl auch irgendwie der Anschluss undicht und deswegen hatte die Hausbesitzerin
1:43:22
dann einen Handwerker sich geholt, der ihr die anschließen sollte.
1:43:27   tim-pritlove
Was meinst du mit verschiedenen Systeme von Trocknern?
1:43:31   pavel-mayer
Verschiedene Querschnitte, Anschlüsse und Wasser und Abwasser.
1:43:42
Jedenfalls konnte sie keinen Klempner finden.
1:43:46
Gut, das Problem hat man hier ja teilweise auch. Aber in den USA natürlich findige
1:43:52
Geschäftsleute haben sich auch die Klempner-Not zum Geschäft gemacht.
1:43:59
Und jetzt gibt es dort das Konzept der Verkaufshandwerker oder Vertriebshandwerker.
1:44:12
Das heißt, die schicken dir dann einen Klempner und der Klempner versucht dir
1:44:22
dann aber weitere Produkte anzudrehen.
1:44:25
Also du musst dann quasi ein Verkaufsgespräch über dich ergehen lassen,
1:44:32
um quasi wie diese Butterfahrten...
1:44:42
Damit dir überhaupt geholfen wird, musst du halt eine Verkaufsveranstaltung
1:44:47
über dich ergehen lassen.
1:44:48
Nur war der Handwerker wohl jetzt auch nicht besonders qualifiziert und hat
1:44:56
dann das ganze Ding so angeschlossen,
1:45:02
dass der Anschluss tropfte.
1:45:05
Einfach der Wasseranschluss tropfte dann und weil das quasi irgendwie drei Wochen
1:45:12
nicht da war, ist halt in drei Wochen hat sich das gesamte Haus mit Wasser vollgesogen,
1:45:20
Und komplett verzogen, sodass dann erst mal quasi Handwerker kommen mussten,
1:45:27
um das wieder auszunivellieren mit Hydraulikstempeln und allem.
1:45:31
Erst mal versuchen mussten, das Haus wieder gerade zu machen,
1:45:35
mussten sämtliche Türrahmen und Türen erneuern.
1:45:39
Und ja, also ein Riesenakt und Desaster jedenfalls und schwierig.
1:45:51
Und dann gerade in den kleineren Städten auch die Handwerker.
1:45:55
Also was ich da an Horror-Stories gehört habe, das geht auf keine Kuhhaut.
1:46:04
Aber ja, ist halt so.
1:46:10
Aber dafür, ja, auch wie gesagt, Leute ziehen halt oft um.
1:46:15
Deswegen gehört halt die Küche normalerweise mit zum Haus.
1:46:19
Also ist dann die ganzen Geräte, Ofen, Küche, Kühlschrank und so.
1:46:27
Ist dann eigentlich Teil des Hauses oftmals sogar Waschmaschine und Trockner,
1:46:32
aber generell die Küche.
1:46:34
Und du findest überall riesige Kühlschränke.
1:46:39
Natürlich kann man sich auch denken, also sie sind so ungefähr,
1:46:42
ich würde sagen, doppelt so groß wie im Schnitt bei uns.
1:46:46   tim-pritlove
Na, weil alles, was du da reinstellst, ist ja auch doppelt so groß wie bei uns.
1:46:50   pavel-mayer
Ja, das ist nämlich das andere Problem. So die Supermärkte, also es,
1:46:56
Angebot ist, teilweise überwältigend. Das ist ja bei uns teilweise schon nicht
1:47:02
schlecht, was es sich wird.
1:47:05
Aber dort ist es einfach nochmal eine Dimension obendrauf.
1:47:12
Supermärkte sind irgendwie auch zwei bis zehnmal so groß, wie man das irgendwie von hier kennt.
1:47:22
Preise,
1:47:27
Manche Sachen billiger als hier, aber das meiste deutlich teurer.
1:47:33
Also teilweise 50 bis 100 Prozent teurer, gerade so Sachen wie Gemüse.
1:47:42
Fleisch geht so, ist teilweise recht günstig, je nachdem.
1:47:48
Aber ja, also Paprika ist für mich immer so ein bisschen der Benchmark,
1:47:59
liegt dann so bei 1,50 Dollar ungefähr, so die Paprika beispielsweise.
1:48:09   tim-pritlove
Wie eine Paprika?
1:48:10   pavel-mayer
Eine Paprika, ja. Bei uns sind die auch ganz schön teuer geworden.
1:48:15
Also bei uns bist du auch je nachdem, 70 Cent bis auch einen Euro oder so für eine Paprika.
1:48:23   tim-pritlove
Eine Paprika, wirklich?
1:48:25   pavel-mayer
Mhm, mhm.
1:48:31
Also, aber ja, generell auch wieder, wie gesagt, extreme, extrem viel Fertiggerichte
1:48:41
und irgendwie Zeugs zum Zeitsparen.
1:48:45
Also da tut sich auch noch eine komplette neue Dimension an Inhaltsstoffen auf,
1:48:54
um schnell irgendwas zu generieren.
1:48:57
Zum Beispiel gibt es, ich habe jetzt vergessen, wie das Ding heißt,
1:49:02
ich weiß gar nicht, ob es das hier gibt, aber das ist eine Fertigpanade.
1:49:07
Also wenn du dann irgendwie ein paniertes Schnitzel oder so machen willst,
1:49:10
brauchst du kein Ei, brauchst du kein Mehl.
1:49:13
Es ist halt einfach so, das Zeug sieht aus wie Paniermehl, aber es ist halt irgendwie was anderes.
1:49:20
Das wälzte halt das einfach drin und fertig ist zum Beispiel.
1:49:32
Oder dann natürlich war es auch sehr schwierig, Mineralwasser zu bekommen.
1:49:38
Also generell einfach Wasser mit Kohlensäure ohne Geschmack.
1:49:43
Das gibt es dort praktisch nicht. Also es gibt das Ganze zum Mixen,
1:49:50
also das ist dann nicht in der Getränkeabteilung direkt,
1:49:53
sondern dann so meistens am Rand und gilt dann eher so als Barbedarf oder so, nämlich Soda.
1:50:01   tim-pritlove
Macht ja auch in gewisser Hinsicht Sinn, zumindest wenn man ordentliches Wasser
1:50:06
aus dem Trink, also die Trinkwasserqualität aus dem Wasserhahn erhält,
1:50:14
was jetzt vielleicht auch nicht unbedingt immer gegeben ist.
1:50:16   pavel-mayer
Ja, wobei Soda enthält dann auch noch irgendwie andere Inhaltsstoffe wegen Mixen
1:50:23
und Mineralwasser ist dann tatsächlich das.
1:50:26
Also es gibt auch Mineral Water. Aber ja, also Mineralwasser muss man wirklich
1:50:34
nachsuchen, aber dafür gibt es, und das jetzt ohne Übertreibung,
1:50:40
Hunderte von anderen Softgetränken im Supermarkt.
1:50:45
Also komplette Regale in allen Farben und Geschmacksrichtungen,
1:50:51
die man sich nur so vorstellen kann.
1:50:55
Und Energydrinks auch, ja, Sitzende von Marken.
1:51:03   tim-pritlove
Das kennen wir ja auch, dieses totale Überangebot von immer wieder dem gleichen Quatsch.
1:51:07
Ich meine nicht, dass sich das groß unterscheidet, aber es ist halt tausend
1:51:11
Farben und Varianten verfügbar for no reason.
1:51:14   pavel-mayer
Ja und Brot kannst du auch fast knicken, also was man dann isst sind Bagels,
1:51:21
aber so ich sag mal Brot, selbst im Supermarkt Brot geschnitten oder so,
1:51:27
also Brot ist einfach nicht in vielen Gegenden kein Thema.
1:51:32   tim-pritlove
Aber da musst du nicht erst in die USA fahren, um dieses Problem zu haben.
1:51:37
Das ist eine sehr deutsche Perspektive, wenn es ums Brot geht.
1:51:44
Mitteleuropa hat das so halbwegs auf der Kette, aber da bist du dann halt schon,
1:51:47
wenn du über Frankreich hinaus bist, dann wird es mit Brot schon dünner.
1:51:52
Im wahrsten Sinne des Wortes.
1:51:55   pavel-mayer
Naja. Ja. Aber es ist nicht so, dass sie Brot nicht kennen würden.
1:52:01
Also es gibt dort auch irgendwie Brot, aber offensichtlich ist es nicht so üblich.
1:52:08
Also dieses Brot, was wir essen oder was wir unter Brot verstehen,
1:52:12
ist dort eher nicht an der Tagesordnung.
1:52:16
Es ist halt Weißbrot.
1:52:19   tim-pritlove
Naja gut, lass uns mal hier nicht durch die alle Produktregale durchgehen Mich
1:52:23
würde ja ein bisschen mehr so interessieren, was dir sonst noch so aufgefallen
1:52:27
ist eigentlich so Man könnte jetzt natürlich tausend Sachen,
1:52:31
vergleichen, aber da kommen wir dann irgendwie auch nirgendwo hin.
1:52:34   pavel-mayer
Also was mir aufgefallen ist, ich weiß nicht, ob das auch daran liegt,
1:52:37
dass ich jetzt alt werde oder, aber es war unglaublich laut in diesem Land Also,
1:52:47
Also klar gibt es auch irgendwie im Wald, findest du eine Stelle, wo es ruhig ist.
1:52:53
Aber selbst da, wie gesagt, Züge fahren halt überall vorbei.
1:52:57
Also in der Natur hörst du dann öfter Züge pfeifen.
1:53:02
Aber ansonsten natürlich die Autos. In manchen Staaten gibt es kein TÜV und
1:53:07
die Leute haben offensichtlich Spaß daran,
1:53:11
ihre Schalldämpfer auszubauen und dann mit besonders lauten Autos in der Gegend rumzufahren.
1:53:18
Das ist mir vor allem in Texas aufgefallen.
1:53:21
Und dann werkeln an vielen Stellen irgendwelche Maschinchen oder Motoren,
1:53:28
natürlich allem voran Klimaanlagen, von denen die Hälfte schlecht gewartet sind
1:53:33
und dann vor sich hin klappern.
1:53:35
Aber auch alle möglichen anderen Lüftungsanlagen und Pumpen und Transformatoren
1:53:43
und Lkw, die rückwärts fahren.
1:53:50
Also es ist mir einfach aufgefallen, fast egal, Rasenmäher ist auch so ein Ding.
1:53:59
Also speziell in Washington hatten wir...
1:54:04   tim-pritlove
Oder Lautbläser.
1:54:06   pavel-mayer
Ja, zudem Lautbläser, genau. Lautbläser ist tatsächlich auch ein Ding natürlich,
1:54:12
aber gut, das kennen wir alle.
1:54:15
Aber ja, es ist dort einfach laut.
1:54:20
Und wenn also Menschen in der Nähe sind, ist es halt laut.
1:54:24
Und meine Theorie war jetzt, warum die Amerikaner oft so laut sprechen,
1:54:34
ist schlichtweg, weil es in diesem Land so laut ist.
1:54:37
Und wenn sie nicht so laut reden würden, könnte sie niemand verstehen,
1:54:41
weil sie irgendwie durch den Lärm durchdringen wollen.
1:54:47   tim-pritlove
Okay.
1:54:52
Das kann doch nicht die einzige Erklärung sein, oder?
1:54:56   pavel-mayer
Ich weiß es nicht. Aber das war jetzt sozusagen meine These.
1:55:01
Weil mir das aufgefallen ist, das ist tatsächlich einfach die Hintergrundgeräusche.
1:55:06
Meistens, selbst wenn du in einem Restaurant sitzt, dann ist der Parkplatz nebenbei.
1:55:11
Also wenn du draußen sitzt und die Autobahn ist dann gleich nebenbei. und ja.
1:55:17   tim-pritlove
Die Wände sind dünn.
1:55:19   pavel-mayer
Die Leute am Nachbartisch reden
1:55:23
alle laut und so setzt sich das dann fort und ja, es ist einfach laut.
1:55:29
Und es gibt natürlich keine Sonntagsruhe und keine Mittagsruhe. Es ist halt ja.
1:55:36   tim-pritlove
Auch völlig alles ist immer offen.
1:55:39   pavel-mayer
Das Konzept, ja.
1:55:43   tim-pritlove
Interessante These. Also müssen wir mal mit anderen Ländern vergleichen,
1:55:48
wo es auch ziemlich laut ist.
1:55:50
Weil das ist ja wirklich nicht nur in den USA so, sondern generell,
1:55:56
wo viel Verkehr ist und so weiter, da ist es laut.
1:55:59
Aber es heißt ja nicht, dass sich gleich alle mal so anschreien müssen.
1:56:02   pavel-mayer
Ja, nein. Da habe ich schon erwähnt, in Bahnlinien. Also es gibt unglaublich viele Bahnlinien.
1:56:09
Das Gefühl in den USA.
1:56:13
Und teilweise auch, manchmal hast du eine Autobahn, die läuft 100 Kilometer
1:56:18
nur geradeaus, ohne Kurve.
1:56:20
Und dann hast du rechts daneben eine Eisenbahn, die fährt auch 100 Kilometer geradeaus.
1:56:27
Das auch auf. Und dann, wie gesagt, aber selbst in den kleinsten,
1:56:31
abgelegensten Orten siehst du auf einmal, ja, fahren riesige Züge,
1:56:37
die sind dann auch mehrere Kilometer lang teilweise.
1:56:39
Und das Nette ist dann, weil es da eine Menge unbeschränkte Bahnübergänge gibt,
1:56:47
ist, dass sie dann vor jedem unbeschränkten Bahnübergang natürlich die Huppe ziehen.
1:56:54
Also ich habe nie so viele Züge pfeifen hören wie in dieser Zeit in den USA,
1:57:04
in den letzten 20 Jahren nicht.
1:57:08   tim-pritlove
Ja, stimmt. Das gehört auch so ein bisschen zu einer klassischen amerikanischen
1:57:12
Geräuschkulisse, die man so im Kopf hat.
1:57:16   pavel-mayer
Ja, und sonst, was auch auffällt, also neben Straßen und äh,
1:57:26
In Eisenbahnen findest du auch überall Stromstraßen.
1:57:30
Also Stromleitungen scheinen auch überall hinzugehen und das auch in oft abgelegenen Gegenden.
1:57:39
Und natürlich viele Überlandleitungen auch in Städten und so.
1:57:46
Und dann habe ich mal auch rumgefragt, was die Leute denn so eigentlich an Strom bezahlen.
1:57:53
Und in vielen den Gegenden ist er jetzt auch deutlich teurer geworden.
1:57:58
Also manche Leute meinten, ihre Stromrechnungen hätten sich verdoppelt seit dem letzten Jahr.
1:58:04
Aber generell ist Strom eher billig, also zwischen den billigsten Ländern so
1:58:12
um die 12 Cent pro Kilowattstunde.
1:58:15
Aber in Kalifornien herrschen praktisch deutsche Strompreise,
1:58:20
so mit 35, 40 Cent pro Kilowattstunde.
1:58:23
Das ist auch wieder sehr regional unterschiedlich.
1:58:30
Und ja, der Stromverbrauch ist natürlich...
1:58:33   tim-pritlove
Wobei Kalifornien wahrscheinlich im Mittel eine höhere Kaufkraft hat.
1:58:38   pavel-mayer
Ja, ja, ja, ich meine da, okay. Ich habe dann ein paar Freunde besucht,
1:58:44
die so im Silicon Valley bei unter
1:58:50
anderem Google oder anderen typischen kalifornischen Firmen arbeiten.
1:58:58
Und ja, habe dann gefragt, was sie denn so verdienen aktuell.
1:59:03
Also jetzt keine hohen Manager, sondern normale Mitarbeiter.
1:59:10
IT- oder Kreativbereich und so das Standardgehalt aktuell im Silicon Valley für,
1:59:22
jetzt bei Google beispielsweise oder auch bei anderen Startups ist,
1:59:27
dass du 300.000 im Jahr, also 300.000 Dollar im Jahr in Cash und 300.000 Dollar im Jahr in Optionen.
1:59:37
Also das ist so sozusagen normal.
1:59:42   tim-pritlove
25.000 Dollar pro Monat.
1:59:46   pavel-mayer
Mhm.
1:59:48   tim-pritlove
Und dann nochmal 25.000 Dollar in Aktien?
1:59:53   pavel-mayer
Ja.
1:59:54   tim-pritlove
Pro Monat.
1:59:56   pavel-mayer
Ja.
1:59:58   tim-pritlove
Das ist immer eine Menge Holz.
2:00:00   pavel-mayer
Mhm.
2:00:03
Aber es ist halt auch teuer dort.
2:00:09
Aber ja, damit kommt man ganz gut hin in Kalifornien.
2:00:12   tim-pritlove
Aber das ist doch jetzt, also wir reden jetzt hier nicht von einem,
2:00:15
also das ist jetzt Startup-Kohle, Tech-Geld.
2:00:19   pavel-mayer
Google, ja, Google. Das eine ist Google.
2:00:23   tim-pritlove
Ja, okay, aber nicht Average-Worker,
2:00:26
irgendwie Durchschnittsgehalt in Kalifornien oder so.
2:00:30   pavel-mayer
Nee, nee, nee. Durchschnittsgehalt wahrscheinlich liegt eher so bei 100.
2:00:36
Also Einkommengut, Durchschnitt, das müsste man natürlich auf den Median gucken.
2:00:43   tim-pritlove
Aber davon geben Sie 5.000 schon mal aus für die Wohnung, ne?
2:00:49   pavel-mayer
Ja, zwischen 2 und 4, je nachdem. Fürs Wohnen, ja. 2.000 bis 4.000 Dollar.
2:00:56
2.000 hast du dann,
2:01:00
ein, anderthalb Zimmer irgendwo im Silicon Valley, aber für,
2:01:09
drei bis viertausend kriegst du auch schon ein ordentliches Räuschen,
2:01:13
so mit drei, vier Zimmern und Garten und so irgendwo im Valley.
2:01:19
Das ist nicht mitten in San Francisco.
2:01:21   tim-pritlove
Aber die anderen 20.000, die musst du dann wahrscheinlich für deine Krankenversicherung aufbringen.
2:01:26   pavel-mayer
Also Krankenversicherung,
2:01:30
weil die Privaten sind günstiger als in Deutschland.
2:01:37
Du hast dann andere Modelle,
2:01:40
aber tatsächlich private Krankenversicherungen in Deutschland bist du jetzt
2:01:48
bei 700, 800 Euro im Monat.
2:01:53
Das ist immer noch günstiger, als wenn du Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil,
2:02:00
von der gesetzlichen bezahlst, aber die gesetzliche ist dann halt einkommensabhängig.
2:02:07
Und während natürlich in den
2:02:09
USA, gut, es gibt zig verschiedene Versorgungssysteme und Versicherungen.
2:02:18
Und insbesondere aber, wenn du fürs Militär oder für den öffentlichen Dienst
2:02:22
arbeitest, ist deine Krankenversicherung quasi kostenlos.
2:02:28
Also da wird nicht mal ein Arbeitnehmerbeitrag oder so eingezogen.
2:02:34
Oder du kannst dich zwischen, ja, weiß nicht, liegen, also meistens liegen die
2:02:38
zwischen 50 und 100 Euro pro Monat, die Beiträge.
2:02:44
Und ich habe halt mit Leuten gesprochen, was die so zahlen, wenn sie denn versichert sind.
2:02:52
Und ja, also die monatlichen, also die Beiträge waren in der Regel deutlich
2:03:00
günstiger als bei der deutschen privaten Krankenkasse.
2:03:06   tim-pritlove
Also ich habe auch schon, ja, deutsche Krankenkassen können natürlich auch eine ganze Menge abrufen.
2:03:13
Ja.
2:03:17
Ich glaube, der Spitzenbeitrag sogar bei den normalen liegt jetzt auch schon so bei 900 bis 1000.
2:03:22   pavel-mayer
Ja, ja, ja. Und so viel zahlt in den USA niemand für seine Krankenhäuser.
2:03:29   tim-pritlove
Ja, aber du hast natürlich auch überhaupt nicht dieselbe Deckung,
2:03:32
wie wir das hier gewohnt sind.
2:03:35
Wenn du das hier bezahlst, dann bist du ja im Wesentlichen safe.
2:03:38
Da kann ja irgendwie passieren, was du willst. dann kannst du irgendwie vier
2:03:41
Wochen im Krankenhaus liegen und drei Stunden irgendwie mit dem Krankenwagen
2:03:46
durch die Stadt gefahren werden.
2:03:48
Mit der Krankenversicherung in den USA hast du immer das Problem, dass,
2:03:52
alles irgendwie so deductibles hast, du musst überall nochmal was zahlen und
2:03:57
vor allem werden halt für bestimmte Maßnahmen gelten dann die Krankenversicherungen
2:04:01
nicht, wenn es so richtig teuer wird und dann wird es auch gleich so richtig teuer, also so,
2:04:07
fünfstellig, sechsstellig teuer.
2:04:08   pavel-mayer
Ja, es sei denn, Du bist irgendwie im öffentlichen Dienst oder bist Familienangehöriger
2:04:17
von jemandem im öffentlichen Dienst.
2:04:19
Also zum Beispiel, wenn du halt jetzt verwitwet bist und dein Partner war mal Soldat,
2:04:29
dann bist du bis ans Lebensende kostenlos krankenversichert zum Beispiel.
2:04:35   tim-pritlove
Ja, noch.
2:04:36   pavel-mayer
Noch. Ich will sagen, ich sage jetzt nicht, dass jetzt die USA ein Sozialparadies wären oder so.
2:04:47
Und ja, mit den Zuzahlungen und so.
2:04:50
Aber es gibt halt eben keine Versicherungspflicht, was dazu führt,
2:04:54
dass viele Leute eben Probleme kriegen.
2:04:58
Plus, dann gibt es halt viele dieser günstigen Versicherungen,
2:05:03
aber nicht alle haben dann halt höhere Zuzahlungen oder Deckungsobergrenzen.
2:05:09
Die hast du in Deutschland nicht. Also in Deutschland öffentliche Versicherungen
2:05:13
zahlt sogar das Höchste, was glaube ich,
2:05:18
Im letzten Jahr, die eine Krankenversicherung, eine öffentliche,
2:05:22
für einen Patienten bezahlt hat, waren 50 Millionen Euro an Kosten.
2:05:30
Aber das machen die dann auch, wenn es denn sein muss.
2:05:34
Da gibt es quasi offensichtlich keine Obergrenze in Deutschland.
2:05:42   tim-pritlove
Lass uns mal ein bisschen zu den Leuten selber kommen.
2:05:47
Also ich meine auch da mag sich das natürlich extrem unterscheiden.
2:05:53
Aber wir wissen ja alle, derzeit geht es richtig rund in den USA und es gibt diese,
2:06:03
gesellschaftliche Spaltung, glaube ich, die man herbeireden kann,
2:06:08
aber die sicherlich dort auch spürbar ist.
2:06:12
Also gerade die Unterscheidung zwischen Demokraten und Republikaner,
2:06:16
aber sicherlich halt nicht nur das.
2:06:18   pavel-mayer
Ja, also es ist alles deutlich rauer und kompetitiver.
2:06:24
Also es fängt schon damit an, ich meine die Arbeitskultur ist eine andere,
2:06:29
also die Ausbeutung ist deutlich größer, weil die Gewerkschaften halt auch teilweise
2:06:36
nicht existent oder schwach sind und weil die Gesetze zum,
2:06:42
Arbeitnehmerschutz gering sind.
2:06:44
Aber dadurch eben auch ist die Kultur eine andere.
2:06:49   tim-pritlove
Es ist auch ein anderes Selbstverständnis, glaube ich. Dieses Leben,
2:06:57
Arbeiten ist sozusagen der Default. Und Urlaub überhaupt zu erhalten in der
2:07:05
Arbeit ist schon mal was Besonderes und wenn, dann ist es nur sehr wenig und schon gar nicht,
2:07:10
die Menge, die wir hier in Europa gewohnt sind.
2:07:13
Aber es ist glaube ich auch so, dass viele selbst die Arbeitszeiten,
2:07:18
selbst die Urlaubstage, die ihnen zustehen, nicht vollständig abrufen,
2:07:22
weil es so ein Stigma gibt, dass wenn du jetzt sozusagen nicht arbeitest,
2:07:29
dass du dann sozusagen deine Coworker im Stich lässt.
2:07:34   pavel-mayer
Ja, ich meine das perverseste sind die Sick Days.
2:07:38
Das ist sozusagen auch eine Quote, eine bestimmte Anzahl an Tagen,
2:07:43
die du nehmen kannst, wenn du krank bist.
2:07:47
Wenn die aber weg sind, musst du halt normale Urlaubstage einsetzen und wenn
2:07:52
die weg sind, gibt es keine Lotfortzahlung mehr, wirst du nicht bezahlt.
2:07:58
Weswegen es dann so Dinge gibt, wo dann aufgerufen wird hier für den Kollegen
2:08:02
und so, der ist jetzt so lange krank, wollt ihr nicht eure Sickdays spenden,
2:08:08
damit der weiter bezahlt werden kann. So solche Dinge.
2:08:13
Und dann generell verbringen die Leute auch mehr Zeit auf der Arbeit.
2:08:19
Also arbeiten In dem Sinne eher 40 bis 50 Stunden in der Woche.
2:08:26
Aber dafür geht viel Zeit, auch von diesen 40 bis 50 Stunden,
2:08:34
auf Smalltalk und andere Dinge.
2:08:40
Gut, kommt auf den Job an natürlich. Aber gerade in vielen Bürojobs und so ist
2:08:49
ein signifikanter Teil der Arbeitszeit oft Socializing oder ja...
2:08:58   tim-pritlove
Was ja darum heißt, dass auch die Arbeit sozusagen auch Teil deines sozialen Lebens ist.
2:09:04   pavel-mayer
Ja, das scheint wichtig zu sein.
2:09:09
Aber es ist halt auch so, es herrscht halt viel Misstrauen.
2:09:13
Es ist halt sehr viel Wettbewerb in den Firmen auch um Beförderung oder so.
2:09:21
Oder auch im akademischen Bereich und so. Das ist teilweise wirklich unangenehm.
2:09:32
Aber es gibt eben auch genau das Gegenteil.
2:09:35
Wie gesagt, öffentlicher Dienst, Militär ist auch ein gutes Beispiel,
2:09:39
wo es nicht viel anders ist als teilweise hier und wo du auch dann Mitarbeiter
2:09:45
hast, die einfach unzufrieden sind und sich hängen lassen und einfach nichts
2:09:49
tun, aber in der Regel nicht gekündigt werden können.
2:09:53
Das sind aber nicht die, die jetzt von Musk gefeuert wurden,
2:09:58
sondern da gingen jetzt diese Doge-Entlassungen, hingen davon ab.
2:10:07
Wie deine Abteilung heißt, für die du gerade arbeitest.
2:10:11
Die hatten halt nichts mit dir persönlich zu tun.
2:10:14
Aber wehe, du hattest irgendwas mit Umweltschutz oder mit Gleichstellung oder
2:10:21
so zu tun oder mit Entwicklungshilfe.
2:10:25
Dann bist du halt gefeuert worden.
2:10:32
Unabhängig davon, was du vorher gemacht hast oder vielleicht danach hättest
2:10:37
machen sollen, das ja mitbekommen.
2:10:41
Also viele Leute waren tatsächlich auch wegen Doge und so extrem besorgt und
2:10:54
eine ganze Menge hat es dann auch durchaus getroffen.
2:10:59
Die wurden dann jetzt geriffed, wie das so schön heißt, im öffentlichen Dienst.
2:11:07   tim-pritlove
Geriffed?
2:11:08   pavel-mayer
Ja.
2:11:09   tim-pritlove
Was, woraus leistet sich das ab? Riffing?
2:11:13   pavel-mayer
Reduction in Force.
2:11:15   tim-pritlove
Reduction in Force. Ah, R-I-F einfach nur A. Okay, verstehe.
2:11:20   pavel-mayer
Ja, aber die reden dann von wurde geriffed.
2:11:25   tim-pritlove
Geriffed, okay.
2:11:26   pavel-mayer
Riffed, ja. So. So.
2:11:30   tim-pritlove
Aber ich meine, wie kam denn so die Gesellschaft so vor?
2:11:37
Also ich meine, du hast dich ja mit Leuten unterhalten und du wirst ja vielleicht
2:11:42
auch mal auf die allgemeinen Probleme gerade angesprochen haben.
2:11:46
Was war so dein Eindruck?
2:11:47   pavel-mayer
Also vor allem jüngere Leute, tatsächlich so unter 30,
2:11:57
sind ganz schön am Straucheln wegen Wohnung und Job zu finden.
2:12:06
Das heißt, ein großer Teil, der dann in irgendwelchen Wohnwagensiedlungen oder bei den Eltern oder so,
2:12:18
weil du brauchst halt schon selbst als einzelne Person in den USA,
2:12:26
irgendwo am Stadtrand von, ich sag mal,
2:12:30
Dallas oder so für ein Zimmer oder ein kleines Apartment, so bis zu ab 1500 oder bist du dabei.
2:12:44
Und dann wird auch oft verlangt noch, dass es einen Bürgen gibt und einen Auszug
2:12:55
aus einem Strafregister da so und und und.
2:12:59
Also selbst quasi, wenn du das Geld hast oder hättest, gibt es da noch dann
2:13:07
andere Hürden, jetzt ein Apartment zu mieten beispielsweise.
2:13:12
Und dann sind die.
2:13:15
Teilweise die Mietverträge sind auch einfach unterirdisch,
2:13:22
wozu du dich da bereit erklären musst und alle auch in der Regel befristet so
2:13:27
erstmal auf sechs bis zwölf Monate und die müssen dann verlängert werden und
2:13:31
dann können die alle sechs bis zwölf Monate beim Neuabschluss dann die Miete
2:13:36
auch wieder erhöhen und so.
2:13:39
Also das ist vor allem das Problem bei jungen Leuten.
2:13:46
Jobs gibt es zwar viele, aber viele der Jobs sind halt dann schlecht bezahlt
2:13:55
und ohne Sozialleistungen und oft auch so unter der Hand.
2:14:00
Und also hilft es nicht den Leuten, jetzt irgendwie den jungen Leuten,
2:14:05
wirklich eine Existenz zu gründen.
2:14:08
Und ist nicht bei allen so, aber es ist hart.
2:14:12
Ich habe wirklich Leute kennengelernt, die gut ausgebildet sind,
2:14:18
ordentlich sind, sich fleißig sind.
2:14:21
Und ja, trotzdem an der Grenze zur Obdachlosigkeit eigentlich unterwegs sind.
2:14:29
Nicht nur ein Einzelfall, sondern ich habe mehrfach bemerkt.
2:14:34
Ja, dann auf der anderen Seite, wie gesagt,
2:14:38
Silicon Valley-Freunde mit 300.000 Dollar oder 25.000 Dollar im Monat kamen
2:14:47
ganz entspannt über die Runden.
2:14:50   tim-pritlove
Kein Wunder.
2:14:51   pavel-mayer
Guten Eindruck. Ja, und dann hast du so,
2:14:56
ich sage mal, ältere Leute in meinem Alter, so zwischen 50 und 60 irgendwo in der Gegend und,
2:15:12
die,
2:15:16
schienen fast alle irgendwie krank zu sein.
2:15:23
Also hatten halt typische fünf bis zehn Pillen am Morgen und dann alle möglichen
2:15:38
seltsamen Krankheiten,
2:15:41
gegen die diese Pillen helfen sollten.
2:15:43
Meistens überwiegen natürlich Zivilisationserkrankungen.
2:15:51
Und ja, Alkohol ist durchaus auch ein Thema.
2:16:00
Also Alkoholismus ist in bestimmten Bereichen, in bestimmten sozialen Schichten
2:16:06
auch sehr ausgeprägt. insbesondere im öffentlichen Dienst beziehungsweise beim Militär.
2:16:15
Also ich habe tatsächlich ein halbes Dutzend Militärangehöriger,
2:16:25
kenne ich so deren Geschichte und alle haben Alkoholprobleme oder hatten Alkoholprobleme. oder, ja.
2:16:38   tim-pritlove
Das ist auch eine These, warum.
2:16:41   pavel-mayer
Gut, Militär wird, also beim Bund wurde auch viel gesoffen und so.
2:16:48
Und Alkohol und Militär scheint einfach irgendwie eine unheilige Allianz zu sein.
2:16:59   tim-pritlove
Also jetzt gar nicht so ein amerikanisches, keine spezifische amerikanische
2:17:04
Eigenschaft, weil ich meine, bei den Russen wird bestimmt auch ordentlich gesoffen.
2:17:09   pavel-mayer
Ja, also es ist mir dort halt einfach nur aufgefallen, auch weil aber das amerikanische
2:17:15
Militär, weil dort einfach sehr viele Leute, ich das Gefühl hatte,
2:17:22
irgendwie, ja,
2:17:26
eine militärische Karriere hatten oder zumindest in dem Umfeld,
2:17:32
in dem ich mich bewegt habe, hatte irgendwie jeder einen Militärangehörigen.
2:17:37
Also das Ding ist auch, dass wenn du im Staatsdienst bist, weil die Leute oft
2:17:44
im Ausland Dienst leisten,
2:17:47
dass du dann, wenn du deinen Partner mitnimmst, der halt bevorzugt eingestellt wird.
2:17:55
Das heißt, du hast halt oft ganze Familien, die aufgrund dessen dann im Staatsdienst
2:18:01
oder beim Militär sind, weil ein Angehöriger oder der Ehepartner beim Militär
2:18:06
ist und das ist auch verbreitet.
2:18:10
Und, das ist halt attraktiv, weil nach 20 Jahren Dienst bist du pensionsberechtigt
2:18:17
und kannst dich dann, wenn du 50 Jahre alt bist, in Rente gehen.
2:18:24
So, wenn du 20 Jahre im Staatsdienst warst.
2:18:27   tim-pritlove
Das ist ja alles ganz schön. Aber die Leute, die jetzt im Staatsdienst sind,
2:18:30
das ist ja nun wirklich auch ein bisschen die Ausnahme. Also das ist irgendwie eine Minderheit.
2:18:34   pavel-mayer
Ja, aber wie gesagt, auch diese Leute, also die Leute schienen mir alle krank
2:18:41
zu sein. Unabhängig von dem, was sie machen sozusagen.
2:18:44
Die Älteren unabhängig, was sie machen und ja, also nicht gesund.
2:18:52   tim-pritlove
Was mich jetzt mal viel mehr noch interessieren würde, ist so,
2:18:56
wie siehst du das Verhältnis der Amerikaner zu ihrem Staat und auch der Gesellschaft gegenüber?
2:19:12
Das ist glaube ich so ein bisschen so das, was uns ja am meisten Fragezeichen
2:19:16
in den Kopf projiziert, weil wir einfach mit unserem Verständnis,
2:19:20
mit unserem Selbstverständnis auch von Gesellschaft und Zusammenhalt und was
2:19:27
der Staat ist und was er für uns tun soll,
2:19:31
offensichtlich ja auf einer ganz anderen Linie liegen. Also es gibt auch in
2:19:36
Europa noch extremere Beispiele,
2:19:38
aber so grundsätzlich geht es ja alles mehr oder weniger in diese Richtung bei
2:19:43
uns, zumindest im Westeuropa und vor allem im Norden, etwas weniger im Süden vielleicht.
2:19:50
Wir sind der Staat und der Staatsapparat ist unsere Serviceagentur,
2:19:57
die aus unseren Steuern, die wir gerne zahlen, alles irgendwie organisiert und
2:20:03
baut und macht und zusammenhält.
2:20:06
Und das sind irgendwie wir. Und wenn ich auf die USA schaue,
2:20:10
habe ich das Gefühl, diese Wir-Symbolik, die existiert da gar nicht so sehr.
2:20:18
Die existiert nur im Konfliktfall.
2:20:20
Jetzt führen wir einen Krieg, wir gegen die anderen. Also mehr so ein Wir,
2:20:24
nur wenn es um alle anderen geht aber nicht so dieses wir sind ein ich habe fast gesagt,
2:20:31
wir sind ein Volk also diese Mentalität dass es den Staat gibt weil das gut
2:20:37
ist das ist eher sehr verbreitet und speziell natürlich bei den Republikanern
2:20:42
ein Stück weit auch irgendwie bei allen dass so der Staat wird eher so, naja,
2:20:48
okay Militär und so, ein paar Sachen und Grenzen, das muss man irgendwie die auch darüber regeln.
2:20:54
Aber mischt euch mal nicht so ein.
2:20:57
Also das Individuum sieht sich da sozusagen fern vom Staat und den Staat eher
2:21:02
als störend an. Das ist jetzt mal meine These.
2:21:07
Kannst mir ja vielleicht mal deine Eindrücke schildern, inwiefern du das noch so...
2:21:12   pavel-mayer
Ja, also mein Eindruck war, dass...
2:21:21
Ja, die Leute lieber ihr eigenes Ding machen, ihren eigenen Kuchen backen,
2:21:30
tendenziell eher auch mehr Abstand zu Nachbarn lieber haben,
2:21:35
obwohl in kleineren Communities der nachbarschaftliche Zusammenhalt und so,
2:21:40
der dörfliche Zusammenhalt ist auf jeden Fall ein Ding,
2:21:46
wo ich das Gefühl habe, Das ist genauso ausgeprägt wie hier oder ausgeprägter.
2:21:51
Aber die Distanzen sind natürlich größer. Die Leute leben nicht so dicht aufeinander.
2:21:59
Das mögen sie auch nicht. und sie zahlen sehr ungern Steuern.
2:22:09
Also sie empfinden nicht das Gegut hier, ich meine, niemand zahlt wirklich gerne
2:22:15
Steuern, aber man versucht eigentlich oft, wo es geht.
2:22:24
Das zu vermeiden, bis hin zu, dass manche Leute absichtlich in Gegenden wohnen,
2:22:32
wo sie selber für die Straße zuständig sind und keinen Strom haben und so.
2:22:43
Und was aber ziemlich übel ist im Übrigen. Also diese privat gepflegten Straßen
2:22:50
und Schotterwege, das ist die Hölle.
2:22:54
Das funktioniert vorne und hinten nicht so richtig. ich, das hast du dann.
2:23:02
Und das hast du dann halt auch. Und es gibt die Einstellung zu Regeln und Gesetzen,
2:23:09
das ist einfach grundsätzlich anders.
2:23:12
In Deutschland guckt man schon mehr auf Regeln und sieht eventuell auch den Sinn ein.
2:23:20
Oder dann hast du auch die Leute, die natürlich auf die Einhaltung von Regeln pochen.
2:23:27
Und in den USA ist man nicht so besessen von Regeln oder der Einhaltung von Regeln,
2:23:40
sondern da werden sie oft einfach auch schlichtweg ignoriert.
2:23:46
Weil Staat ist weit weg und Polizeidichte ist gering.
2:23:53
Und ja, also es ist dann mehr,
2:23:57
wie man das vielleicht hier als südländische Mentalität bezeichnen würde,
2:24:05
was so jetzt Regeln angeht oder Ordnung und Sauberkeit und so.
2:24:13
Aber es gibt dann natürlich auch wiederum das andere Extrem,
2:24:16
so Gated Communities und Hauseigentümergemeinschaften oder HOAs,
2:24:24
die dann wieder total krasse Regeln haben,
2:24:28
die sich hier niemand gefallen lassen würde.
2:24:32   tim-pritlove
H.O.A. Homeowner Association.
2:24:36   pavel-mayer
H.O.A. Gemeinschaft, die dir dann die Länge des Rasens vorschreiben und die Art der Pflanzen,
2:24:47
die du in deinem Garten haben darfst und die Beschaffenheit der Zäune usw.
2:24:54
Hier gibt es auch so etwas wie Gemeindesatzungen, aber.
2:25:00   tim-pritlove
Das sind vor allem noch mal so private Unternehmen meistens,
2:25:04
die dann da sozusagen engagiert werden und dann die Leute, die da wohnen, auch terrorisieren.
2:25:09
Gab es mal einen schönen Bericht von John Oliver darüber, der war schon etwas grausig.
2:25:15   pavel-mayer
Ja, und dann Orte, also auch Städte sind dann inkorporiert,
2:25:23
also quasi eine eigene Städte können quasi eine eigene juristische Person sein,
2:25:32
müssen aber nicht.
2:25:35
Beziehungsweise kann es dann sein dass Städte einfach sich austragen lassen, weil,
2:25:43
zu wenig Leute da oder sagt halt okay und wir sind ab sofort jetzt keine Stadt
2:25:51
mehr dann rechtlich, dann gibt es halt quasi auch,
2:25:56
rechtlich niemanden dann gibt es halt nur noch den Landkreis aber der ist für
2:26:00
bestimmte Dinge nicht zuständig das heißt die wohnen dann einfach irgendwo und
2:26:05
du hast dann dort eben gewisse,
2:26:09
Zuständigkeitslücken dann, beziehungsweise niemanden, der sich dann um die Infrastruktur kümmert.
2:26:14
Also sie müssen sich dann selber um ihre Straßen und was auch immer kümmern und ja.
2:26:23   tim-pritlove
Das ist der wilde Westen. Ich meine, so stellt man sich das ja auch vor und ich glaube,
2:26:30
oder ich habe den Eindruck, dass das für viele auch ganz okay ist.
2:26:34
Also, dass das sozusagen so ein Trade-off ist, weil diese Vorstellung,
2:26:38
also es dreht sich ja immer um dieses Wort Freiheit.
2:26:42   pavel-mayer
Ja.
2:26:44   tim-pritlove
Und alle schreien das. Und es ist halt nur so, dass,
2:26:51
jetzt mal im direkten Vergleich zu Europa,
2:26:57
die Amerikaner einfach, glaube ich, eine ganz andere Vorstellung davon haben,
2:27:00
was das bedeutet, Freiheit.
2:27:02
Bei denen ist es halt im Wesentlichen Freiheit von allem.
2:27:06
Ich will hier selber machen und es hat keine Behörde zu geben,
2:27:11
die mir jetzt vorschreibt, wie mein Auto ist.
2:27:14
Und ich kann da ranflanschen und rannageln, was ich will und mit den absurdesten
2:27:19
Konstruktionen durch die Weltgeschichte fahren, weil wer bist du denn,
2:27:23
dass du das irgendwie für mich entscheiden willst,
2:27:27
wie ich mein Auto zusammenschraube oder woraus das besteht oder was das für
2:27:31
einen Motor hat oder irgendwas.
2:27:33
Und wenn ich da vorne so ein Kuhhorn dran ballern will, dann mache ich das halt
2:27:36
einfach, weil es sieht geil aus.
2:27:39
Das ist so diese Vorstellung. Und unsere Form von Freiheit ist halt sehr viel mehr geprägt durch ein,
2:27:48
Freiheit im Sinne von Sicherheit.
2:27:53
Sicherheit primär jetzt im, also was heißt primär, von allem so ein bisschen,
2:27:58
also Sicherheit im eigentlichen Sinne, Sicherheit vor Gefährdung, vor Kriminalität,
2:28:07
so Sachen, aber eben auch die Freiheit abgesichert zu sein.
2:28:13
Also Krankenversicherung, solche sozialen Systeme,
2:28:18
Auffang, weil es ja auch für mich gut ist, wenn es anderen Leuten gut geht,
2:28:22
weil dann hast du nicht diese Verrohungs- und Ausschlussmomente,
2:28:28
die halt in den USA dann doch häufig zu sehen sind.
2:28:31
Es ist ja alles sehr an diesem American Dream.
2:28:35
Man muss es ja nur wollen und wenn du es nicht geschafft hast,
2:28:38
dann hast du es wohl nicht genug gewollt.
2:28:42
Was dann aber automatisch verbunden ist, ist dann eben auch so mit so einer
2:28:45
Ausgrenzung, weil wenn du es nicht geschafft hast, dann bist du halt auch nichts
2:28:48
wert und dann wohnst du halt unter der Brücke oder was weiß ich.
2:28:53
Ist mir egal, du hast ja nichts mit mir zu tun, du bist ja so zufällig auf demselben Land unterwegs,
2:29:01
aber hier ist mein Home-Turf, hier ist unsere Region und was irgendwelche Regierungen
2:29:09
tausende Kilometer von hier entfernt,
2:29:12
so mein, das ficht mich nicht an.
2:29:14
Das ist so ein bisschen meine Wahrnehmung des Ganzen.
2:29:17   pavel-mayer
Man muss natürlich auch hier dazu sagen, dass das eine grobe Verallgemeinerung
2:29:24
ist und es auch regional extrem unterschiedlich sein kann.
2:29:30
Du findest einfach auch Gegenden und soziale Schichten und Leute,
2:29:35
wo du das Gefühl hast, die unterscheiden sich jetzt nicht allzu sehr von Europa.
2:29:41
Also es gibt, sagen wir auch, europäische oder europäisierte Amerikaner durchaus und Gegenden.
2:29:49   tim-pritlove
Ich meine nicht, alle sind anders und es ist auf jeden Fall immer anders,
2:29:54
sondern es ist einfach eine Meta-Betrachtung der Gesellschaft,
2:29:58
einfach auch mal so ein bisschen zu verstehen, wie ist deren Verhältnis dazu.
2:30:03
Also ich meine, wir sitzen ja hier und fragen uns die ganze Zeit,
2:30:09
Leute, Trump, geht's noch?
2:30:13
Und gehen dabei natürlich irgendwie davon aus, dass wir dieselbe Nähe zu diesem
2:30:20
politischen System dort haben.
2:30:24
Dass es dort dieselbe Nähe zu diesem politischen System gibt, was es so nicht gibt.
2:30:29
Oder dass auch nur dieselben Erwartungshaltungen an dieses politische System
2:30:33
gestellt werden. Was offensichtlich ja nicht so ist.
2:30:37
Und dieses Lasst uns in Ruhe hat halt auch viel mit, wir lassen auch die in Ruhe.
2:30:44
Und wenn sie es nicht total übertreiben oder wenn ich nicht davon betroffen
2:30:48
bin, dann ist es mir auch egal. Ich habe jetzt gerade so ein paar Berichte gesehen.
2:30:54
Diese ganzen Zollentscheidungen von Trump ruinieren ja gerade zum Beispiel die
2:31:01
Farmer auch in diesen Red States, die eigentlich republikanisch gewählt haben,
2:31:07
so Dakota, Norddakota, Süddakota, also so Regionen, die leben einfach nur von
2:31:12
Agrar und von nichts anderem.
2:31:14
Und dadurch, dass sie jetzt halt einerseits ihre ganzen Aufträge verlieren,
2:31:19
weil sie durch die Zölle jetzt einfach ihr Zeug, ihr Soja nicht mehr loswerden,
2:31:26
die Exporte nach China, alle storniert werden auf der einen Seite und auf der
2:31:31
anderen Seite durch diese harte Migrationspolitik ihnen auch noch die Arbeiter
2:31:35
weglaufen und sie niemanden haben,
2:31:37
verrotten jetzt da gerade ihre Felder und sie haben keine Aufträge und können
2:31:40
das irgendwie alles gar nicht mehr so schaffen.
2:31:43
Und müssen halt, gehen halt bankrott.
2:31:47
Und dann guckst du dir an, wie sie da weinerlich in die Kameras reinschreien
2:31:54
und das irgendwie auf TikTok hochladen, wie entsetzt sie doch so sind.
2:31:57
Und eine sagte halt, ja sie würde das ja gar nicht verstehen,
2:32:03
weil hier hätten doch alle Republikaner gewählt und wenn doch hier alle Republikaner
2:32:11
gewählt haben, dann müssten die doch auch was für uns tun.
2:32:17
Und da lässt sich natürlich schön ablesen, wie so diese Mentalität ist.
2:32:23
Nicht so, oh wir müssen die Richtigen wählen, damit die richtige Politik gemacht
2:32:28
wird insgesamt, sondern ein, ja wir wählen euch, weil ihr seid ja immer für uns.
2:32:36
Und wenn ihr für uns seid, ist es gut.
2:32:39
Genau, du hast es gesagt.
2:32:46
Hat ein bisschen was davon. Wo man die Bayern nicht ganz so aus dem Garten treten,
2:32:54
aber die Mentalität spürt man da auch so ein bisschen.
2:32:59   pavel-mayer
Also was mir aufgefallen ist, ich habe natürlich nach Protestenausschau gehalten,
2:33:07
vor allem, und keine gesehen.
2:33:13
Nicht mal in Washington. Es waren wohl welche, aber es ist halt einfach so groß
2:33:18
und ich habe sie nicht gefunden.
2:33:22
Also da muss man dann tatsächlich suchen und dann findet man auch die Proteste,
2:33:26
aber es war nicht so wie in Berlin, wo ich, ja,
2:33:31
fast egal in welcher zentralen Straße ich sitze, irgendwie alle paar Wochen
2:33:35
kommt irgendwie mal eine Demo direkt bei mir vom Fenster lang.
2:33:43
Und Und dann ist es so, dass auch einen Großteil der Leute hatte ich das Gefühl,
2:33:54
Interessiert sich nicht für Politik wirklich. Die sind depolitisiert.
2:33:59
Das ist bei uns auch der Fall. Aber wenn du dir die Wahlbeteiligung anguckst
2:34:05
und speziell Wahlbeteiligung bei kleineren Wahlen, hast du manchmal 10,
2:34:11
20 Prozent oder so, die wählen gehen.
2:34:14
Und wählen ist auch teilweise echt umständlich dort und selbst jetzt bei der
2:34:20
Präsidentschaftswahl, habe ich was, 60 Prozent Wahlbeteiligung irgendwo in der Gegend.
2:34:26   tim-pritlove
Das war schon viel.
2:34:27   pavel-mayer
Und ja und was ich so gehört habe so an Meinungen war zum Beispiel ja, ob Trump oder Harris,
2:34:41
ist doch egal die ziehen uns beide ja, ist doch egal die machen eh alle was
2:34:47
sie wollen und sind eh von der Industrielobby gekauft und.
2:34:56
Meine Stimme hat sowieso keine Auswirkung.
2:35:01
Das ist bei ganz, ganz vielen Leuten, auch viele jüngere Leute,
2:35:07
sind einfach komplett disillusioniert von der Politik und versuchen einfach
2:35:13
in ihrem Umfeld, in ihrem Rahmen was zu machen, aber sehen nicht,
2:35:19
dass irgendwie die Politik da irgendeinen Unterschied macht.
2:35:24
Was leider auch eine falsche Betrachtung ist, Das ist aber nicht völlig falsch,
2:35:29
weil natürlich das politische System der USA ist bisweilen auch ziemlich katastrophal.
2:35:37
Also allein schon die Gliederung, diese 50 Bundesstaaten.
2:35:42
Manche Bundesstaaten haben irgendwie weniger oder eine ganze Reihe von Bundesstaaten
2:35:48
haben halt weniger Bevölkerung als zwei Berliner Bezirke.
2:35:52
Und in diesen Ländern, Hauptstadt selbst Delaware, Wilmington,
2:35:59
80.000 Einwohner, wie Lüdenscheid ungefähr.
2:36:05
Das ist dann so die Hauptstadt von einem amerikanischen Bundesstaat.
2:36:10
Oder sich Montana auch, glaube ich, die Hauptstadt.
2:36:14
Boßmann oder so der größeren Orte alle so unter 100.000 also nicht mehr,
2:36:21
was mir sagen würde Mittelstädte nicht mal Großstädte sind halt dann dort die
2:36:29
Hauptstädte und das führt natürlich auch dazu Helena ist die Hauptstadt von Montana,
2:36:35
Helena ist die Hauptstadt Helena und hat was?
2:36:39   tim-pritlove
32.000.
2:36:41   pavel-mayer
32.000, ja. Das ist, ich meine...
2:36:46   tim-pritlove
Und Delaware heißt die Hauptstadt Dover.
2:36:50   pavel-mayer
Eigentlich ist es Wilmington, dachte ich, von Delaware müsste Wilmington sein.
2:36:57   tim-pritlove
Hauptstadt des Bundesstaates Delaware.
2:37:02   pavel-mayer
Okay. Und?
2:37:05   tim-pritlove
39.000 und Metropolregion 181.000.
2:37:11
Dein Wilmington ist, glaube ich, nicht die Hauptstadt.
2:37:16   pavel-mayer
Okay, dann war es nur die größte Stadt vielleicht in Delaware mit 80.000.
2:37:24   tim-pritlove
Einwohnern. Ja, es ist die größte Stadt und die hat 70.800.
2:37:31   pavel-mayer
Da sind im Übrigen die Hälfte aller amerikanischen Aktiengesellschaften dort
2:37:39
gemeldet. Also hat die einen Firmensitz.
2:37:44   tim-pritlove
Oh Mann, oh Mann.
2:37:46   pavel-mayer
Oh Mann.
2:37:46   tim-pritlove
Delaware hat irgendwie noch nicht mal eine Million.
2:37:50   pavel-mayer
Und jetzt hast du halt diese ganzen Bundesstaaten, wo eine Handvoll Leute nur sind.
2:37:56
Und deswegen ist die Qualität an politischem Personal, also insgesamt der Topf,
2:38:05
aus dem du schöpfen kannst, ist halt...
2:38:08
Überschaubar. Das ist halt klein
2:38:14
und das führt dann natürlich auch zu entsprechend seltsamen Gesetzen.
2:38:21
Also dagegen ist dann wahrscheinlich das Berliner Abgeordnetenhaus eine Ausgeburt
2:38:29
an Kompetenz verglichen mit einfach manchen amerikanischen Landesparlamenten.
2:38:35
Ich meine, in Berlin hat man mindestens vier Millionen Leute,
2:38:38
aus denen man irgendwie sich sein Personal aussuchen kann.
2:38:43
Während du dann in so einer Hauptstadt von so einem Bundesstaat hast du irgendwie 30.000 Leute.
2:38:50
Und da musst du dann Parlamentarier...
2:38:52   tim-pritlove
Ich würde da Berlin überhaupt nicht die Freischein geben, weil hier ist es wirklich schlimm.
2:38:57   pavel-mayer
Ja, ja, ja. Aber kein Vergleich.
2:39:02
Und dann halt auch wiederum ist dieses föderale System,
2:39:08
in Deutschland sind wir halt viel, viel einheitlicher, was so Gesetze angeht
2:39:13
und auch unser Grundgesetz und so funktioniert ziemlich gut.
2:39:19
Aber also sorgt dafür, dass es so eine gewisse Einheitlichkeit gibt,
2:39:26
was die rechtliche Situation angeht.
2:39:30
Während man.
2:39:33
Ja, in den USA, Verkehr ist komplett anders,
2:39:41
andere Gesetze, was die Zulassung von Autos angeht, was irgendwie das Bauen
2:39:47
angeht und so weiter und gesagt,
2:39:52
nur am Rande, ich meine die Marihuana-Gesetzgebung ist auch eine komplette Katastrophe,
2:39:59
ohne da jetzt ins Detail zu gehen, Aber wir denken, okay,
2:40:03
ja, da gibt es gewisse Staaten, da ist Marihuana legal, kennen wir ja,
2:40:07
Kalifornien, Washington war der erste Staat, andere nicht.
2:40:11
Aber was ich weiß, ist,
2:40:15
dass es dann so Dinge gibt, wie zum Beispiel in Alaska dürfen legal nur Amerikaner kiffen.
2:40:29
So als Ausländer, du hast dann so Gesetze, die halt dann für Ausländer besonders diskriminieren.
2:40:45   tim-pritlove
Ich meine, es ist jetzt immer, ich finde, wir machen es so ein bisschen einfach,
2:40:50
wenn wir sagen, hier die USA und da Deutschland und unsere Bundesländer sind
2:40:56
ja so und die Bundesstaaten sind so.
2:40:58
Man muss es wirklich mit Europa insgesamt vergleichen.
2:41:02
Und rechtliche, also unterschiedliche Ansichten darüber, wie das Verhältnis
2:41:07
zum Staat ist, wenn man von Portugal,
2:41:11
bis nach Finnland und nach Griechenland gehst, da wirst du natürlich auch sehr
2:41:17
diverses Auffassungen darüber finden, wie das alles so richtig verhält.
2:41:27   pavel-mayer
Und in dem Sinne, was das Chaos angeht,
2:41:32
so steht, oder Unterschiede, ja,
2:41:38
steht es teilweise Europa in nichts nach,
2:41:44
so, beziehungsweise was so die Uneinheitlichkeit vieler Dinge angeht.
2:41:52
Da hat man das Gefühl, dass Europa mittlerweile zumindest, zumindest was die
2:41:56
rechtliche Situation angeht, deutlich einheitlicher ist.
2:41:59
Aber ja, es sind natürlich überall andere Verwaltungen und Gesundheitssysteme und, und, und.
2:42:08
Insofern, die andere Sache ist,
2:42:12
dass es wohl bei der Befragung, welches Land Leute am besten finden,
2:42:21
ist es überwiegend das Land, wo sie aufgewachsen sind.
2:42:25
Und ja, das ist das Normal.
2:42:29
Das ist das, so wie es sein sollte eigentlich. Und da gibt es nur wenige Länder
2:42:34
auf der Welt, die wirklich so kaputt sind, wo die Leute dann sagen,
2:42:38
ja, nee, auf gar keinen Fall irgendwie so wie in meinem Land.
2:42:42
Aber so selbst in China oder so, sagen die Leute, nee, China ist einfach das
2:42:50
beste Land der Welt oder die Amerikaner sagen, USA sind das beste Land der Welt und so.
2:42:57
Wahrscheinlich die Mehrheit in der Mehrzahl der Staaten, wenn du fragst,
2:43:01
wo ist es besser oder wo ist es richtig, dann ja, da wo.
2:43:07   tim-pritlove
Ja, ein Mangel an Informationen herrscht da natürlich auch ein bisschen.
2:43:11   pavel-mayer
Ja, aber es ist aber auch das, woran man angepasst ist, das was man gewohnt ist.
2:43:17
Und damit kommt man klar, das funktioniert für einen selbst am ehesten noch,
2:43:24
als jetzt mit einer Verwaltung klarzukommen,
2:43:29
mit der man noch nie im Leben zu tun hat oder mit einem System. insofern, ja.
2:43:38
Aber es gibt natürlich Sachen, systemunabhängig, oder wo ich sagen würde,
2:43:44
das ist dann jetzt nicht unbedingt relativ, also wie zum Beispiel die ganze Müllthematik.
2:43:50
Ja.
2:43:53
Gut. Ich meine, ich habe das Gefühl,
2:43:58
wir müssen irgendwann nochmal, aber nicht so bald nochmal einen hinten dranhängen,
2:44:05
weil wir eine Reihe von Themen.
2:44:10   tim-pritlove
Ich würde mal folgendes vorschlagen. Wir machen jetzt vielleicht erstmal hier den Sack zu.
2:44:14
Das mal so als Reisebericht und erster Eindruck und dann schauen wir mal,
2:44:19
ob ihr Kommentare und Fragen zu dieser Sendung habt.
2:44:24
Dann kann man das ja vielleicht nochmal aufgreifen.
2:44:26
Aber ich würde sagen, als Reisebericht sollte es jetzt erstmal lang, oder Pavel?
2:44:32   pavel-mayer
Ja, ich denke, denke schon, wir haben,
2:44:37
Eine Menge Zeugs angesprochen, gab natürlich in sieben Wochen noch deutlich mehr.
2:44:46
Also wie gesagt, gerade das Politikthema hatten wir nur kurz angesprochen,
2:44:53
aber Militär hatten wir auch, Gesundheitssystem hatten wir auch.
2:44:58
Ja, vielleicht ist das auch genug insofern,
2:45:04
weil ja generell die mediale Berichterstattung über die USA,
2:45:09
die allgemeine auch sehr ausführlich ist.
2:45:15
Und ich gucken wollte, dass ich mich vielleicht hier auf ein paar Sachen auch
2:45:20
fokussiere oder ein paar Sachen, wo es einfach der Eindruck vor Ort ein anderer war,
2:45:27
als wenn man jetzt in Medien oder Filmen sich das Ganze anschaut.
2:45:33
Und ja, am Ende.
2:45:38
Die Leute leben irgendwie ihr Leben und versuchen das Beste draus zu machen
2:45:43
unter aber überwiegend jetzt lokalen Umständen und das Gefühl auch,
2:45:50
dass das Lokale wichtiger ist als jetzt das US-amerikanische,
2:45:57
weil das USA einfach so groß ist.
2:46:00
Und die USA und der Bund ist halt auch weit weg und distant und so und schwer
2:46:09
zu beeinflussen und zu verändern.
2:46:13
Und ja, deswegen, wie gesagt, die meisten Leute einfach leben in ihrem Umfeld und.
2:46:23
Um Job oder Karriere oder versuchen, ein Unternehmen aufzumachen.
2:46:28
Und das ist allerdings tatsächlich, ich sage mal, wenn es gelingt,
2:46:32
ein Unternehmen aufzusetzen, was irgendwie Traktion hat, dann lässt sich das
2:46:39
unglaublich schnell dort auch einfach entwickeln.
2:46:45
Also die Hürden und so sind in der Regel eher geringer Und es fühlt sich dynamischer an.
2:46:55
Also die ganze Wirtschaft, da ist man bereit, mehr zu opfern und auch,
2:47:00
was weiß ich, wenn es sein muss, Leute, Arbeitgeber ziehen dann auch 2000 Kilometer
2:47:05
weiter und verlassen ihre ganze Familie.
2:47:08
Das ist so das eine Extrem,
2:47:12
oder wir schon hatten, da wird dann einfach,
2:47:16
wenn die wirtschaftliche Grundlage nicht da ist, wird halt ein kompletter Ort
2:47:20
abgerissen oder untergegangen, lässt man einfach untergehen.
2:47:29
Und also da ist auch, was jetzt Unternehmen angeht, wird dort schneller gegründet
2:47:36
und schneller gewachsen und schneller pleite gegangen.
2:47:41   tim-pritlove
Ja, man reißt dann schnell was ein und das ist auch so ein bisschen meine Hoffnung,
2:47:46
weil derzeit befinden sich einfach die USA in einem sehr traurigen Zustand.
2:47:50
Aber ich habe auch so immer den Eindruck gehabt, wenn sie denn dann mal an den
2:47:56
Punkt gekommen sind, dass die Sache scheiße läuft,
2:48:00
dann können sie auch sehr schnell wieder in die andere Richtung marschieren,
2:48:04
während ich den Eindruck in Deutschland so überhaupt nicht habe.
2:48:07
Also hier weiß man es eigentlich die ganze Zeit, aber man ist überhaupt nicht
2:48:11
in der Lage, sich überhaupt in irgendeine Richtung zu bewegen und das ist manchmal auch nicht so geil.
2:48:17
Trotzdem wäre das jetzt nicht meine erste Wahl.
2:48:20   pavel-mayer
Ja, also hier hat es eher so eine Auffanggrenze nach unten,
2:48:31
die ist sozusagen das soziale Netz des Dichter geknüpft hier bei uns als in den USA.
2:48:41
Aber dafür ist es auch dann mühsamer und aufwendiger, sich zu entwickeln oder rasant zu wachsen.
2:48:54   tim-pritlove
Ich würde sagen, wir machen jetzt mal hier einen Punkt, Pavel.
2:48:59
Und warten mal unser Feedback ab. Also das war jetzt hier die kleine Bonusrunde,
2:49:04
die wir euch versprochen hatten.
2:49:05
Ich hoffe, es war was für euch dabei. und ja, ansonsten lesen wir uns und hören
2:49:10
bei uns, wenn wir uns dann hier wieder um die wichtigen Sachen des Lebens kümmern.
2:49:15   pavel-mayer
Okay, macht's gut.
2:49:17   tim-pritlove
Bis dann. Tschüss.