Klima

Wärmeaufnahme der Ozeane bricht Rekord

Weltmeere haben 2025 so viel Wärme absorbiert wie nie zuvor gemessen

Ozean
Die Ozeane heizen sich immer weiter auf. 2025 hat ihre Wärmeaufnahme einen neuen Rekordwert erreicht. © Aleksey Stemmer/ Getty images

Überhitzte Klimapuffer: Im Jahr 2025 haben die Ozeane mehr Wärme aufgenommen als jemals zuvor gemessen. Analysen zufolge haben die oberen 2.000 Meter der Meere im letzten Jahr rund 23 Trilliarden Joule Energie in Form von Wärme absorbiert – das entspricht dem 37-Fachen des globalen jährlichen Energieverbrauchs. Damit haben die Ozeane jetzt neun Jahre in Folge einen neuen Wärmerekord erreicht. Die Überhitzung dieser wichtigen Klimapuffer setzt sich demnach weiter fort – trotz eines abkühlenden La Niña im Pazifik.

Die Ozeane sind die wichtigsten Klimapuffer unseres Planeten: Sie nehmen rund 90 Prozent der Wärme auf, die durch den menschengemachten Treibhauseffekt entsteht. Das hat Folgen: Die Ozeane heizen sich immer weiter auf, der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt und marine Hitzewellen häufen sich. Durch die steigenden Meerestemperaturen verändern sich zudem Meeresströmungen und auch die Schichtung des Meerwassers wird undurchlässiger.

Wärmeaufnahme der Meere
Wärmeaufnahme der Ozeane seit 1958. © Cheng et al./ Advances in Atmospheric Sciences, CC-by 4.0

23 Zettajoule mehr als 2024

Neue Daten zum Zustand der Ozeane liefern nun die Analysen von Lijing Cheng von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und seinen Kollegen. Wie schon in den letzten Jahren haben sie Daten zu Temperaturen von der Meeresoberfläche bis in 2.000 Meter Tiefe ausgewertet. Die Daten stammen von Bojen, Messstationen, Satelliten und Schiffsmessungen und drei verschiedenen Datensammlungen. Aus den Werten ermittelte das Team den Wärmegehalt und die Wärmeenergie-Aufnahme der Ozeane.

Das Ergebnis: 2025 haben die Meere erneut eine Rekordmenge an Wärmeenergie aufgenommen. „Der Wärmegehalt in den oberen 2.000 Meter der Ozeane stieg gegenüber 2024 um weitere rund 23 Zettajoule an“, berichten Cheng und seine Kollegen. Die Weltmeere haben demnach allein im letzten Jahr rund 23 Trilliarden Joule an Energie absorbiert, die sonst in der Atmosphäre geblieben wären und das Klima weiter aufgeheizt hätten.

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Neunter Rekord in Folge und deutliche Beschleunigung

Damit hat die Wärmeaufnahme der Ozeane zum neunten Mal in Folge einen neuen Rekordwert erreicht. „Dies repräsentiert die längste ununterbrochene Folge von jährlichen Rekorden der Ozeanwärme seit Beginn der Aufzeichnungen“, schreiben Cheng und sein Team. „Das Jahr 2025 repräsentiert damit einen weiteren Schritt in der fortlaufenden Veränderung des irdischen Klimasystems.“ Denn anders als die Oberflächentemperaturen der Meere ist diese tiefreichende Erwärmung weniger anfällig für kurzzeitige Wettereffekte und Schwankungen.

Die Langzeitdaten bestätigen zudem, dass sich das Tempo dieser schleichenden Ozeanerwärmung immer weiter beschleunigt: „In der Zeit von 1958 bis 1985 lag die Wärmeaufnahmerate noch bei rund 2,9 Zettajoule pro Jahr“, berichten die Forschenden. „In der Periode von 2007 bis 2025 hat sich die Wärmeaufnahme der oberen 2.000 Meter auf durchschnittlich 11,4 Zettajoule pro Jahr erhöht.“

Doch 2025 sprengt diesen Durchschnitt bereits deutlich – die Wärmeaufnahme liegt doppelt so hoch wie im langjährigen Mittel. „Das Rekordhoch von 2025 signalisiert klar die starke Klimaerwärmung“, so das Team.

Wärmeunterschiede
Ozean-Erwärmung im Jahr 2025 im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1981 bis 2010. Deutlich sind regionale Unterschiede zu erkennen. © Cheng et al./ Advances in Atmospheric Sciences, CC-by 4.0

Regionale Unterschiede

Allerdings zeigen die Analysen auch regionale Unterschiede. „Die Meeresgebiete mit der stärksten Erwärmung liegen im Südozean, dem tropischen und südlichen Atlantik, im Mittelmeer und im Nordteil des Indischen Ozeans“, berichten die Forschenden. Diese Ozeanregionen heizen sich schon seit Jahrzehnten stetig immer weiter auf. Eine leichte Verringerung der Wärmeaufnahme gab es 2025 dagegen im Zentralpazifik, weil dort das Klimaphänomen La Nina für vorübergehende Abkühlung sorgt.

Eine besondere Rolle spielt der Südozean, der bis an den Antarktischen Zirkumpolarstrom heranreicht. Er hat allein im letzten Jahr zehn Zettajoule an Wärmeenergie aufgenommen – viermal mehr als im Durchschnitt der vorherigen 20 Jahre. „Diese ausgeprägte Erwärmung spiegelt die einzigartige Rolle des Südozeans als eine der Hauptsenken für anthropogene Wärme wider“, betonen Cheng und sein Team. Durch starke Winde und tiefreichenden Umwälzströmungen bringt dieser Ozean besonders viel Wärme von der Oberfläche in große Tiefen.

„Klimasystem ist aus dem Gleichgewicht geraten“

„Diese Ozeanerwärmung liefert uns einen direkten Beleg dafür, dass das Klimasystem aus seinem thermischen Gleichgewicht geraten ist“, schreiben die Forschenden. Geht der Trend so weiter, könnte die Erwärmung der Meere schwerwiegende Rückkopplungen auf das Klimasystem haben und die Lage noch verschlimmern. Denn wärmere Ozeane trieben den Meeresspiegel in die Höhe, verstärken marine Hitzewellen und intensivieren Wetterextreme wie Stürme und Starkregen.

Doch vorerst ist kein Ende absehbar: Die Forschenden prognostizieren, dass die Wärmeaufnahme der Meere auch in Zukunft immer neue Rekorde brechen wird. Dies werde so lange anhalten, bis die Treibhausemissionen auf Netto-Null gebracht werden, so Cheng und seine Kollegen. Denn die Ozeane puffern zwar den menschengemachten Klimawandel ab, überhitzen dabei aber immer mehr. (Advances in Atmospheric Sciences, 2026; doi: 10.1007/s00376-026-5876-0)

Quelle: Advances in Atmospheric Sciences, Institute of Atmospheric Physics, Chinese Academy of Sciences

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